| Beatles at their Best...... |
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Frankfurter Musikdozenten interpretieren die Beatles an zwei Flügeln |
Die
Beatles sind zweifellos die Musikikonen
des letzten Jahrhunderts. Nicht nur haben Generationen
von jungen und nicht mehr ganz so jungen Fans ihren
Liedern gelauscht und sie verinnerlicht, auch
Heerscharen von Musikern, Epigonen und Kopisten lassen
ihre Musik noch Jahrzehnte nach ihrer Glanzzeit
erklingen, als sei sie von Mozart oder Bach. Die Beatles
haben im Laufe der Jahrzehnte einen solchen "Klassiker"-Status
erreicht, dass selbst seriöse Musiker nicht mehr umhin
können und sich auch nicht zu schade dafür sind, ihre
Stücke in ein eigenes Programm einzubauen.
Professor Bernhard Wetz und die Dozentin Stefanie Asal,
beide von der Musikhochschule Frankfurt am Main, haben
sich die Aufgabe gestellt, bekannte Beatles-Stücke für
zwei Klaviere umzuschreiben und gemeinsam vorzutragen.
Dabei steht nicht eine möglichst große Werktreue im
Sinne des ursprünglichen Vortrags im Vordergrund,
sondern die Ausschöpfung der pianistischen Technik und
die Weiterentwicklung der einzelnen Themen zu neuen
musikalischen Ausdrucksformen. Man kann also durchaus
von Musik "frei nach den Beatles" reden.
Schon das erste Stück - "She loves you" - zieht sich deutlich länger hin als das Original. Die beiden Pianisten kreieren ein eigenes pianistisches Feuerwerk, reichern die Harmonik an, fügen dynamische Elemente hinzu, verbreitern den Ausdruck und setzen bewusst Mittel des klassischen Klavier-Repertoires wie Läufe, Rhythmen oder voluminöse Akkorde ein. dass das Ganze mit perfekter Technik dargeboten wird, ist zwar selbstverständlich, verblüfft jedoch immer wieder ob der Virtuosität der beiden Solisten. Dabei ist auch das exakte Zusammenspiel hervorzuheben, das nur kurzen Augenkontakt und hin und wieder ein schelmisches Lächeln erfordert. Darüber hinaus benötigen die beiden Musiker für ihr umfangreiches Programm keine Noten. Alles kommt aus dem Gedächtnis, auch die schwierigsten harmonischen oder technischen Passagen. Das lässt natürlich den Vortrag umso natürlicher und überzeugender werden, können sich die beiden doch voll auf ihre Hände und ihren gegenüber konzentrieren. So wanderte an diesem Abend ein "Evergreen" nach dem anderen durch die Hände der beiden Musikpädagogen: "All my loving", "A hard day´s night", "Yesterday", "Lady Madonna" und - natürlich zu Schluss als Zugabe - eine so fulminante wie lyrische und musikalisch reizvolle Version von "Michelle". Die leider nicht sehr zahlreich erschienen Besucher konnten nur mit Mühe an sich halten, nicht mitzusingen. Dafür geizten sie nicht mit Beifall, den sie nach jeder Gruppe von Stücken begeistert spendeten. Diese Beatles-Präsentation erinnerte pianistisch an weit ausladende Klavierabende und forderte den vollen physischen Einsatz beider Spieler. Den Beifall hatten sie wahrlich verdient. Und verdient hätten sie auch ein weit zahlreicheres Publikum. |