| Mozart über alles.... |
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Rheingau Musik Festival präsentiert "Mozart in Concert" im Kloster Eberbach |
Nur
wenige Tage nach der Hommage "Mozart
in Prag" stand beim Rheingau
Musik Festival wieder der Sohn Salzburgs auf dem
Programm, dieses Mal jedoch ohne Bezug auf eine
bestimmte Stadt. Dank des schönen Wetters konnte die
Aufführung am 27. Juli auch wie vorgesehen im Kreuzgang
des Klosters
Eberbach stattfinden, was sich vor allem für die
Akustik als sehr vorteilhaft erwies. Der Kreuzgang
bildet ein großes Quadrat, ausreichend klein, um den
Schall zu fangen und nicht vollständig im Raume
verfliegen zu lassen, und ausreichend groß, um
störende Brechungen und Reflexionen zu verhindern.
Zu
Gast war an diesem Abend die "Israel Camerata
Jerusalem" unter der Leitung von Avner Biron, einem
international erfahrenen Musiker, der neben seiner
Dirigententätigkeit auf eine Karriere als Flötensolist
zurückblicken kann. So nimmt es nicht Wunder, dass die
solistischen Partien diesmal von Bläsern präsentiert
wurden.
Den
Beginn machte der junge Mate Bekavac aus Slowenien mit
Mozarts Klarinettenkonzert A-Dur, KV 622. Dieses wohl
berühmteste und schönste Klarinettenkonzert - ohne
andere vergleichbare Werke schmälern zu wollen - bietet
sich dank seiner formalen Ausgewogenheit, der
technischen Anforderungen und der großartigen Melodik
geradezu als "Zuhörer-Magnet" an. Bereits das
Allegro des ersten Satzes brilliert mit anspruchsvollen
Läufen und melodischen Einfällen, der zweite Satz
berührt durch seinen liedhaften und - nur scheinbar -
einfachen Duktus, während der dritte Satz noch einmal
in einem Allegro ein wahres Feuerwerk der Virtuosität
entfacht, ohne dabei auch nur einen Moment
seelenlos-technisch zu erscheinen. Mate Bekavac wurde
den Anforderungen in vollem Umfang gerecht und
beeindruckte das Publikum vor allem durch seinen
sensiblen, weichen Ton, die mühelosen Sprünge zwischen
hohen und tiefen Tönen sowie durch seine Spielfreude.
Leider unterlief ihm kurz vor dem Schluss des dritten
Satzes eine technische Panne. Eine Klappe seiner
Klarinette löste sich und ließ einen gerade begonnenen
Lauf in einem Kiekser enden. Avner Biron hatte ein
Erbarmen und ließ das Orchester nach wenigen
Augenblicken verstummen. Entschuldigende Geste des
Solisten, tröstender Beifall des Publikums, das
glücklicherweise nur auf wenige Takte des dritten
Satzes verzichten musste, dafür aber mit einer
hervorragenden Interpretation entschädigt wurde, bei
der das Orchester durch seine zurückhaltende und dabei
sehr feine, transparente Begleitung überzeugte. Nur an
wenigen Stellen schien der feine Ton im weiten Viereck
des Kreuzgangs ein wenig zu verfliegen.
Fast
nahtlos schloss das zweite Bläser-Solokonzert an:
Mozarts Flötenkonzert G-Dur, KV 313, dargeboten von der
slowenischen Flötistin Irena Grafenauer, die u.a. zehn
Jahre lang Soloflötistin beim Bayrischen Rundfunk war.
Mozarts Flötenkonzert ähnelt dem Klarinet- tenkonzert in
vielen Aspekten, so in den ausgeglichenen Tempi, den
abwechslungsreichen und doch in sich abgeschlossenen
Themen und in den technischen Anforderungen. Irena
Grafenauer zeigte sich bei ihrer Interpretation als
wahre Meisterin ihres Instruments und verschaffte dem
doch oft filigranen Ton der Flöte in dem offenen Raum
des Kreuzgangs Durchsetzungskraft und Klarheit. Kleinere
Abstimmungsschwierigkeiten mit dem Orchester im ersten
Satz blieben dabei singulär, und mit zunehmender
Spieldauer stellten sich Ensemble und Solistin immer
besser aufeinander ein. Am Ende hatte Irena Grafenauer
Glück: ihre Flöte hielt bis zum Ende durch und gönnte
dem Publikum dadurch den gewohnten Abschluss dieses
Konzertes.
Nach
der Pause wurden diese beiden Mozart-Werke -
chronologisch - eingerahmt von Joseph Haydns (1732-1809)
Sinfonie Nr. 85, "La
Reine"
sowie Franz Danzis (1763-1826) Sinfonia Concertante für
Flöte, Klarinette und Orchester B-Dur op. 41. Beide
Kompositionen kann man als Verbeugung ihrer Schöpfer
vor Mozart verstehen. Haydn als der wesentlich Ältere
akzeptierte Mozart bekanntlich nicht nur sondern
bewunderte und beneidete ihn - in gutem Sinne - um sein
großes Talent. Der seltene Fall, dass ein Älterer
einem Jüngeren schrankenlosen Respekt und Zuneigung
zollt, hier wurde er Realität. Danzi war zwar nur wenig
jünger als Mozart, überlebte ihn aber um 25 Jahre und
betrachtete ihn als großes Vorbild, vor allem was die
Vorliebe für die Klarinette betrifft. So ist auch diese
Sinfonia Concertante - zumindest aus der Sicht des
Ensembles - als Hommage an Mozart zu verstehen, erinnert
sie doch an seine Werke mit der gleichen Bezeichnung.
Gleichzeitig führte diese Komposition die Solisten der
beiden ersten Solokonzerte zusammen, so dass der Abend
einen harmonischen Abschluss fand, der beide Instrumente
noch einmal zusammenfinden ließ.
Das
Publikum, soweit es sich gegen die aufkommende
Abendkühle gut gewappnet hatte, genoss diesen Abend in
vollen Zügen und zollte allen Beteiligten langen,
verdienten Beifall.
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