| Das Mädchen und die Posaune... |
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Nils Landgren und Rigmor Gustafsson mit "A sentimental journey" beim Rheingau Musik Festival |
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Nils
Landgren ist nicht nur ein hervorragender Posaunist und
Sänger. sondern zeichnet sich auch durch "Entertainer"-Qualitäten
aus. In mehr als passablem Deutsch unterhielt er die
Zuschauer mit humorvollen Einlagen und kleinen
Anekdoten, ohne dabei jedoch die Musik zu
vernachlässigen. Und diese gestaltete er im Wechsel mit
Rigmor Gustafsson, einer schlanken jungen Frau mit einer
weichen, erotischen Stimme, die den Evergreens der
Jazz-Geschichte viel Gefühl einhauchte. Wer sich in
diesem Genre auskennt, wird viele Stücke wiedererkannt
haben, teilweise in völlig neuer Interpretation.
Balladen, Jazzstandards und Popsongs bilden den Kern der
"sentimental journey", und all diese Titel
passten ideal zur Stimmung eines lauen Sommerabends hoch
in den Weinbergen oberhalb des Rheins.
Natürlich
erhielt jeder Musiker Gelegenheit zu ausgedehnten
Solis, sei es Nils Landgren selbst, der auf der Posaune
wahre Meisterstücke ablieferte und diesem Instrumente
Töne entlockte, die man ihm nie zugetraut hätte, sei
es der Bassist, der sein so oft in den Hintergrund
verdrängtes Instrument zu erstaunlichem Leben erweckte,
sei es der Pianist, der sich als Meister der Skalen
erwies, oder schließlich der Schlagzeuger, der die
Stöcke ausgiebig wirbeln ließ. Und über allem immer
wieder die rauchige, verheißungsvolle Stimme von Rigmor
Gustafsson, die alle Tonlage zwischen frech und
melancholisch beherrscht. Und wenn sie mal nicht sang,
dann griff Nils Landgren selbst zum Mikrofon und sang in
einer leicht falsettartigen Tonlage, die - so selten
gehört - Aufmerksamkeit erweckte und durchaus zu den
Stücken passte.
Der
einzige Nachteil eines sonst rundherum gelungenen
Programms bestand darin, dass die einzelnen Stücke
nicht im Programmheft aufgeführt waren, so dass die
Zuhörer ihre musikalischen Erinnerungen bemühen und
teilweise raten mussten. Das tat jedoch dem Genuss
keinerlei Abbruch. Der hervorragende Rheingau-Wein, der
an mehreren Ständen ausgeschenkt wurde, tat ein
Übriges, um die Stimmung zu heben und zu halten.
Das
Publikum schaffte es mit ausgiebigem Beifall sogar, Nils
Landgren und seiner Truppe noch einige fetzige Zugaben
zu entlocken, ehe man sich zu den Parkplätzen trollte..
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