| Musikanten im besten Sinne.... |
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Drittes Kammerkonzert des Staatstheaters Darmstadt mit Schubert und Hummel |
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Hin
und wieder muss ein Konzert einfach nur das Herz
erfreuen und auf die Forderung des Kopfes verzichten. Im
Programm eines Kammerkonzertes heißt das, sich auf ein
klassisches oder romantisches Repertoire zu
beschränken, auf das 20. Jahrhundert zu verzichten und
sogar wieder einmal einem "Ohrwurm" Gehör zu
verschaffen. Das sei hier ohne alle Polemik oder auch
nur Ironie vermerkt. Das Staatstheater Darmstadt war dem
tief sitzenden Bedürfnis breiter Publikumsschichten
nach vertrautem Wohlklang nachgekommen und hatte für
diesen Abend in der Vorweihnachtszeit Kompositionen von
Schubert und Hummel zusammengestellt. Als Interpreten
hatte man vier französische und einen österreichischen
Solisten engagiert, die zusammen ein Klavierquintett mit
Violine (Renaud Capuçon), Viola (Gerard Caussé), Cello
(Gautier Capuçon), Kontrabass (Alois Posch) und Klavier
(Frank Braley) ergaben. Einen Namen trägt diese
Gruppierung seltsamerweise nicht, was angesichts der
hohen Qualität verwundert, da man diese einem langen
und intensiven Zusammenspiel zuschreibt. Das
Programmheft jedoch sagt über eine ständige
Zusammenarbeit dieser Künstler nichts aus.
Frank Braley (Klavier) Gautier Capuçon (Cello) Renaud Capuçon (Violine)
Gerard Caussé (Viola) Alois Posch (Kontrabass) Die einführenden vier Ländler von Franz Schubert (Deutsch-Verzeichnis 354) kamen noch in einer kleinen Besetzung (Violine, Viola, Kontrabass) zu Gehör, wobei die Musiker, wie es sich bei Tanzveranstaltungen gehört, im Stehen musizierten. Das nahm dem Abend von Anfang an das Steife, Ehrwürdige einer typischen E-Musik-Veranstaltung. Zudem verzichteten die Interpreten auf die sonst übliche schwarz-weiße Festkleidung und traten in nahezu normaler Alltagskleidung auf. So wirkten die Tänze denn auch leicht, heiter und beinahe etwas besinnlich. Man kann sich gut vorstellen, dass die Musik von Franz Schubert bei den privaten Tanzvergnügen des frühen 19. Jahrhunderts genau so geklungen hat: nicht ernsthaft-künstlerisch sondern als Anleitung zum Tanz.
Nachdem schon zur Mitte des Finalsatzes bei einem "Quasi-Schlussakkord" die ersten Hände gezuckt hatten, musste das Publikum mit dem Schlussapplaus noch einmal warten, da das Thema noch einmal aufgenommen und durchgearbeitet wurde. Dann endlich lösten sich die Hände und Bravo-Rufe begleiteten einen lang anhaltenden Beifall, der schließlich noch zu einer Zugabe führte: dem Finalsatz aus dem Hummel-Quintett aus dem ersten Teil. |