| Prima idea - eine gute Ausstellungsidee |
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Ausstellung italienischer Zeichnungen 1450-1650 im Landesmuseum Darmstadt |
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Das Hessische Landesmuseum Darmstadt verfügt über einen Schatz, von dem viele Darmstädter bisher nichts gewusst haben und der folgerichtig bisher auch nicht gehoben wurde. Erst eine spanische Bankorganisation, das "Centre Cultural Banxaixa" in Valencia, musste kommen und 60 Zeichnungen italienischer Zeichnungen der Renaissance und des Barocks ausstellen, bevor diese Werke auch in Darmstadt zu sehen sind. Nun ist es soweit: vom 18. November bis zum 30. Januar 2005 sind die Zeichnungen von Lorenzo di Credi, Fra Bartolomeo, Michelangelo, Annibale Carraci und anderer Künstlern dieser Epoche im Landesmuseum Darmstadt zu sehen. Um sie vor Lichtschäden zu schützen, sind sie in einem abgedunkelten Raum mit maximal 50 Lux Lichtstärke im 3. Stock untergebracht.
Eine Zeichnung von Francesco Mazzola, gen. Parmigianino "Prima idea" bedeutet "erster Einfall", das heißt, die Künstler haben Skizzen für größere Gemälde oder Altarbilder angefertigt, die oft nur eine grobe Aufteilung der Bildfläche mit angedeuteten Personen und Gebäuden wiedergeben oder aber Figurenstudien enthalten. Beliebte Motive war dabei immer wieder die Heilige Familie, die Grablegung Christi oder das Martyrium von Heiligen. Bei der späteren Zuordnung dieser Skizzen ergaben sich Schwierigkeiten, weil die Künstler zu der Zeit selbst fertige Werke nicht zu signieren pflegten, umso weniger also Skizzen. Erschwerend kam hinzu, das spätere Sammler die Namen der vermeintlichen Künstler wie eine Signatur auf dem Bild vermerkten. Stilvergleiche und andere mühsame Analysen helfen, ermöglichen aber nicht immer eine sichere Zuordnung. Außerdem sind viele Skizzen nicht in anschließenden Gemälde gemündet, sondern blieben isoliert stehen, so dass aus dieser Richtung auch keine eindeutige Aussage möglich ist. Doch darum geht es bei dieser Ausstellung nicht. Wer die einzelne Skizze angefertigt hat, ist zwar durchaus aufschlussreich, aber der eigentliche Wert liegt in der Zeichnung selbst. Im Laufe der Zeit entwickelten die "prima idea"-Zeichnungen ein Eigenleben. Da sie die Entwicklung eines Werkes wesentlich lebendiger und "authentischer" als das fertige Gemälde wiedergeben, wurden sie bald zum Objekt der Sammlerbegierde. Daraufhin entdeckten auch die Künstler selbst den Wert der Zeichnung und entwickelten aus den anfangs nur vorbereitenden Skizzen eine eigene Kunstgattung. Der Besucher erfährt viel über die Vorbereitung großer Werke, lernt die verschiedenen Techniken wie Feder-, Kreide- und Tuschezeichnung kennen und kann sich gleichzeitig einen Eindruck von der Entwicklung der darstellenden Kunst über zwei Jahrhunderte verschaffen. Ein spanisch-sprachiger, bebildeter Katalog für 24,- € und eine deutsche Übersetzung - ohne Bilder - für 8,- € ermöglichen es dem Besucher, sich weiter in das Thema zu vertiefen. Die Ausstellung ist dienstags bis samstags von 10-17, mittwochs von 10- 20 und sonntags von 11-17 Uhr geöffnet. Weitere Details sind über die Webseite des Landesmuseums zu erfahren. |