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Warum
sich diese vier Musiker ausgerechnet den Namen "Tango Five" gegeben
haben, wird wohl ewig ein Rätsel bleiben, denn weder haben sie
sich der Darbietung "unanständiger" südamerikanischer
Tanzmusik verschrieben noch sind sie zu fünft. Wer also nur
oberflächlich auf den Titel der Veranstaltung geblickt hat, mag
leicht irritiert gewesen sein. Doch für diese eventuelle
Enttäuschung entschädigten die vier Musiker das Publikum
schnell mit ihrem umwerfenden Humor. Vier
Musiker und Komödianten haben sich zusammengetan und lassen den
musikalischen und menschlichen Humor walten. Bobbie Fischer tritt als
strahlender Tenor auf und maltraitiert nebenbei mehrere Instrumente vom
Akkordeon bis zur Violine. Veit Hübner steht ihm in
derselben Stimmlage sowie neben Gitarre, Bass und Sopranflöte auch
mit der "chinesischen Violine" zur Seite; Gregor Hübner pflegt
außer seinem kräftigen Bass unter anderem ein so seltenes
Instrument wie die Pferdekopfgeige, und der zweite Bass Bernd Ruf
steuert noch die fehlenden Blasinstrumente Klarinette, Saxophon und
Bassflöte bei. Dieses gut ausgerüstete und äußerst
vielfältige Quartett strapaziert die Lachmuskeln des Publikums mit
musikalischer List und humoristischer Tücke. Mal spielen sie wie
Waldie (Achtung: Kalauer!), dann wieder agieren sie als Kellner in
einer zwielichtigen Bar oder fristen sogar als heruntergekommene
Straßenmusiker ihr kärgliches Leben. In besonders mutigen
Momenten wagen sie sich auch an die hübschen Damen des Pubikums
heran, dann wieder verzweifeln sie in finanzieller Not als
Varietékünstler bei den olympischen Spielen.
Man
sieht, diese vier Musiker haben alles durchgemacht, was einem
hoffnungsfrohen und karrieresüchtigen Musiker passieren kann, und
tapfer stellen sie sich dabei jeder Herausforderung. Da singen sie dann
auch mal mit vollem Mund, da es endlich einmal zu einer Mahlzeit
gereicht hat, die während der künstlerischen Darbietung den
bohrenden Hunger stillen muss. Auch ihren finanziellen Bedarf tun
sie dem Publikum auf feinsinnige Art und Weise rechtzeitg vor dem
CD-Verkauf in der Pause kund, so dass die mitleidigen Zuschauer gar
nicht anders können als zu den Verkaufstischen zu pilgern und
dafür den Pausensekt stehen zu lassen....
In "Go
for Gold" dürfen sie bei der Vorstellung der einzelnen Nationen
dann auch endlich - argentinischen - Tango spielen und arbeiten
nebenher das Spektakel "Olympia" mit humorvollen Liedern auf. Wenn sie
"wie Waldie" spielen, tun sie das als Bühnenarbeiter, die nach dem
Bühnenaufbau für "Die vier Jahreszeiten" schließlich
mangels eines Orchesters das Stück selbst spielen müssen -
selbstverständlich mit dem entsprechenden humoristischen Effekt.
So ging
es zwei Stunden lang recht heiter und flott zu im Gutshof "Rettershof",
und da das Wetter an diesem herrlichen Sommerabend auch mitmachte,
dankte das so "angeheiterte" Publikum dem Quartett mit lang anhaltendem
Beifall.
Frank Raudszus
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