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Am Gelde hängt doch alles - ach.... |
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Das
Staatstheater Darmstadt lässt das Jahr mit einer "Finanz-Revue"
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Als die Programmverantwortlichen
beim Staatstheater Darmstadt über die passende Gestaltung
des Sylvesterabends nachdachten, dürfte die Suche nach einem
geeigneten Thema für die gesangliche Bewältigung des
abgelaufenen Jahres nur wenige Minuten in Anspruch genommen haben: das
Motto lag sozusagen auf der offenen Hand - die Finanzkrise. Also
versammelte Regisseurin Bettina Geyer die üblichen
Verdächtigen für einen solchen Abend um sich, um eine
temporeiche und humorvolle Revue zusammenzustellen: Multitalent Hubert
Schlemmer, immer gut für Travestien und freche Lieder,
Hans-Matthias Fuchs, der gern den miesen Macho mimt, den Barden Andreas
Manz, der nicht nur singen sondern auch hervorragend Gitarre spielen
kann, Aart Veder, der für seinen trockenen Humor und seine
feine Ironie bekannt ist, und Tom Wild, der seinem Nachnamen durch
allerlei Späße Ehre macht, natürlich ebenfalls singt
und sich auch einmal in ein "Bunny"-Kostüm zwängen
lässt.
Klar, dass man ein solches
Abendprogramm nicht nur mit Männern gestalten kann - das wäre
ja gegenüber den Herren im Parkett unfair. Schließlich muss
man diesen neben schmissigen Liedern auch etwas optisch Ansprechendes
bieten. Da bieten sich Diana Wolf, die im Fach der lockeren Lieder
bereits als Ophelia geglänzt
hat, und Liljana Elges geradezu an. Beide zeichnet neben ihrem
stimmlichen und darstellerischen Talent nämlich ein ausgesprochen
ansprechendes Äußeres aus. Dabei markieren die beiden jungen
Frauen zwei kontrastierende Frauentypen. Während Liljana Elges im
grauen Business-Kostüm als
Personalchefin der "Schliemann Mothers Corp." gleich zu Beginn zwei ehemaligen Mitarbeitern
die Papiere aushändigt, posiert Diana Wolf im raffinierten
Schlitzkleid und mit einer Blondfrisur der dreißiger Jahre als
eine Mischung aus Marlene Dietrich und Marylin Monroe mit leicht
gerecktem Kinn und fein herabgezogenen Mundwinkeln vor Partnern und
Parkett. Die Begleitung der Lieder über Geld und Gold kommt von
Michael Erhard am Klavier, Ramon Schneeweiß am Bass und Pascal
Klaiber am Schlagzeug.
Schlag auf Schlag folgen
Sketches und - mal humorvolle, mal satirische - Lieder über das
große und kleine Geld. Natürlich darf "Money, money, money"
genauso wenig fehlen wie "money makes the world go round", aber auch
Brecht/Weill melden sich mit einem unverkennbar bitter-satirischen
Beitrag über die Macht des Geldes, oder der Literat dieses Duos
wird mit seinem Wort "was ist der Überfall einer Bank gegen die
Gründung einer solchen" zitiert. Dann wieder trägt Diana Wolf
mit hauchender Erotik Marylins Eingeständnis vor, "Diamonds" seien
" the girls' best friends" und Liljana Elges trägt den
mehrstrophigen Lebensrückblick einer professionellen Dame vor, die
am Ende vor der Liebe eines naiven Verehrers kapituliert. Aart
Veder trägt das gesungene Portrait eines in Aggressionen und
Vorurteilen gefangenen Nachbarn vor - ein kleiner Ausflug vom Thema
Geld - und gerät dabei so richtig schön in Rage, und dann
wieder singen alle Männer zusammen in Weihnachtsmann-Kluft das
Lied vom "Ba-Ba-Ba-Banküberfall". So geht es weit über eine
Stunde von Sketch zu Sketch und von Lied zu Lied, zwischendurch stehen
Manz und Fuchs schwankend und singend "an der Bar und haben kein Geld",
bevor sie der blonde Barkeeper Wild zur Tür hinaus jagt, oder
Liljana Elges regt sich über ihren Geliebten auf, der im Bett nur
an Homebanking denkt.
Michael Erhard hat die Musik mit viel Tempo und Abwechslung arrangiert
und lässt zwischendurch auch einmal Raum für eher
nachdenkliche und musikalisch anspruchsvollere Stücke, ohne
deswegen dem Trübsinn das Wort zu reden. Immer wieder kommen
freche, satirische oder "nur" witzige Chansons zum Vortrag, so etwa der
"Korruptionstango", der so gut zu den Nachrichten des abgelaufenen
Jahres passt. Am Schluss mussten die sechs
Darsteller bei der Premiere noch zweimal in Form von Zugaben
nachzahlen, bevor sie die Bühnen verlassen durften. Zusammen mit
der grotesken Klavierversion von "Wiener
Blut" ist dem Staatstheater damit ein so unterhaltsames wie
treffsicheres Sylvestermenü gelungen, das jedoch auch im Januar
und Februar noch lange nicht sein Verfallsdatum erreicht haben
dürfte.
Frank Raudszus Alle Fotos © Barbara Aumüller |
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