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Gelungener Abschluss des literarischen
Herbstes |
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Christoph
Peters erhält auf Schloss Vollrads den Literaturpreis des
"Rheingau Literatur Festivals" |
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Rechtzeitig vor dem Beginn der
Buchmesse schließt das "Rheingau Literatur
Festival" seine Tore, bevor diese kleine aber feine
Veranstaltungsreihe im Messetrubel untergeht. Den Abschluss einer etwa
vierwöchigen, lockeren Folge von Veranstaltungen rund um die
Literatur bildete die Verleihung des hauseigenen Preises, den die Jury
aus Universitätsprofessoren, Feuilletonchefs und
Literatur-Redakteuren bekannter Zeitungen diesmal dem Schriftsteller
Christoph Peters zuerkannt hatte.
Den Grußworten von Prof.
Dr. Boehnke und Staatssekretär Gerd Krämer vom Hessischen
Ministerium für Wissenschaft und Kunst konnte man bereits
andeutungsweise entnehmen, dass Peters auch als "Gewächs" des
mittelrheinischen Raumes um Mainz und Wiesbaden ausgewählt wurde,
doch dass diese zumindest teilweise landsmannschaftliche Verbundenheit
mit dem Rheingau nicht als Ersatz für literarsiche Qualität
zu verstehen sei. Dr. Alf Menzler, Leiter der
hr2-Literaturredaktion, ging dann schließlich detailliert auf den
neuen Roman des Preisträgers ein. Der Titel des Romans, "Mitsukos
Restaurant", bot sich dann gleich als Diskussionsgegenstand an, denn
der Deutsche spricht das "u" in dem japanischen Namen in einer Art
nationaler Naivität aus, während die Japaner diesen
Buchstaben weglassen. Menzler schloss an diese Randbemerkung einige
Überlegungen über Begriff und Sinn der sogenannten
Authentizität an, die oftmals eher als snobistische Attitüde
sprachkundiger Sprecher denn als ureigenes Merkmal des oder der
Betroffenen daherkomme. Doch Menzler führte diese
nachdenkenswerten Anmerkungen nicht näher aus, war es doch nicht
seine Stunde sondern die des Preisträgers. Er stellte stattdessen
die Vorzüge des Romans heraus, seine Skurrilität, die dichte
Erzählweise und den Humor, den Peters in ihm beweist. Mit
geschliffenen Worten schilderte Menzler den Kern des Buches und
arbeitete die Wesensmerkmale heraus. Dabei geht es um eine ehemalige
Wandergaststätte in einem fiktiven - gottverlassenen - Ort
irgendwo am Rhein, den man aber genauso gut im Rheingau verorten kann.
Ausgerechnet in dieser Gastwirtschaft hat ein recht bodenständiger
Hesse(?) - weiße Socken in Sandalen! - mit seiner japanischen
Lebensgefährtin ein japanisches Restaurant eröffnet. Der Held
des Romans, ein arbeitsloser Schauspieler und hoffnungsloser
Romantiker, verliebt sich auf Anhieb in die kulinarischen
Köstlichkeiten des Hauses - und in die Köchin. Der Roman
behandelt im Weiteren laut Menzler treffsicher das Spannungsfeld von
Authentizität und Klischees und räumt dabei mit Ironie und
treffendem Humor mit so manchem Vorurteil auf. Anschließend las Christoph
Peters ein Kapitel aus seinem Roman und vermittelte damit dem aus etwa
vierzig Gästen bestehenden Publikum einen Eindruck von seiner Art,
Menschen zu beobachten und zu beschreiben. Im Gegensatz zu manchem
anderen Autor bewies Peters dabei auch durchaus ein Talent zum Vorlesen
in Form eines flüssigen Vortrags, einer klaren Stimme sowie einer
gekonnten Balance aus gebotener Distanz zum Text und Einfühlung in
die Befindlichkeit der Protagonisten. Für die Zuhörer stellte
diese kurze Leseprobe keine Pflichtübung dar sondern besaß
einen veritablen Unterhaltungswert. Anschließend signierte der
Autor noch eine Reihe von spontan im Foyer erworbenen Exemplaren seines
neuen Romans und mischte sich anschließend noch zu einem Umtrunk
unter die Gäste. Zu bemerken wäre noch, dass
laut Prof. Boehnke nicht nur die gesamte Reihe "Rheingau
Literatur Festival" sondern vor allem die Abschlussveranstaltung mit
der Preisverleihung seit Jahren unter der Schirmherrschaft des
Wettergottes - wer immer das sein mag - stehe und damit stets bei
herrlichstem Frühherbstwetter stattgefunden habe. |
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