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An Rhein und Wein entlang |
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Die
"Literarische Wanderung" des Rheingau Literatur
Festivals führt auf Dichterspuren durch den Rheingau |
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Der Bericht über die
letztjährige Veranstaltung gleicher Art endete mit dem Versprechen
der Teilnehmer, sich im nächsten Jahr zum selben Zweck am selben
Ort zu treffen ("wann treffen wir drei wieder zusamm'?"). Nun, so kam
es, und man erkannte am Morgen des 19. September am Hattenheimer
"Kronenschlösschen" so manches Gesicht aus dem letzten Jahr
wieder, vom Wanderführer, Moderator und Vorleser Dr. Heiner
Boehncke ganz zu schweigen. Dieser scheint - frei nach Faust I - einen
Pakt mit dem Himmel oder dem +++ geschlossen zu haben, denn auch an
diesem Samstag strahlte eine warme Septembersonne aus einem blauen
Himmel, und auf dem friedlichen Rhein spiegelten sich die Bäume
der Rheininsel und die vorbeiziehenden Schiffe. Wer weiß, womit
Heiner Boehncke dereinst dieses Entgegenkommen der höheren
Mächte bezahlen muss... Den Gästen war's allerdings
recht, und man schlenderte gemächlich - einige an der Spitze auch
recht forsch - wie im letzten Jahr zum Oestricher Kran und weiter zum
Weingut Herke, wo der spritzige "Frechdachs" - ein Perlwein des Hauses
- floss und der Hausherr einige Lieder zum Akkordeon und zur Gitarre
zum Besten gab. Wer den Bericht des letzten Jahres liest (sie Kasten
links) stellt schnell fest, dass sich die Abfolge der Stationen nicht
geändert hat. Selbst die kleine Pause an der Kreuzung in den
Weinbergen auf dem Gang zum Schloss Vollrads wiederholte sich, und auch
der berühmten Goethe-Wiese, die ihren Namen von der expliziten
Erwähnung des Geheimrates in seinen Rheingau-Schilderungen
trägt, galt wieder eine längere Pause mit dahingelagerten
Gästen und einem vorlesenden Heiner Boehncke. Schloss Vollrads mit
Flammkuchen - dieses Mal mit längeren Wartezeiten am Stand wegen
großen Andrangs - und der abschließende "Anstieg" zum
Schloss Johannisberg rundeten den Tag wie im letzten Jahr ab. Um
Missverständnisse zu vermeiden: hier geht es nicht um eine Kritik
an der Wiederholung, sondern nur um einen kurzen Verweis auf die
Gleichartigkeit des Programms, die ja im Sinne eines wiederkehrenden
Programmpunktes durchaus sinnvoll ist. Schließlich
präsentiert ja auch das Rheingau Musik Festival
jedes Jahr zum Teil die selben musikalischen Werke oder die selben
Interpreten, bisweilen sogar beides. Die Gäste müssen ja
nicht identisch sein. Doch Heiner Boencke setzte bei
den literarischen Inhalten neue Akzente. Dieses Mal ließ er
bewusst einen "mäkelnden" Goethe zu Wort kommen, der in seinen
Berichten über den Rheingau und dessen Bauten immer wieder auch
die Schattenseiten beleuchtete und statt romantischer Hymnen über
Weinberge und Schlösser die wirtschaftlichen Probleme und den
schlechten Zustand so mancher Gebäude thematisierte.
Überhaupt kratzte er einen wenig am Lack des "großen
Weimarers", indem er zeitgenössische Berichte über seine
Altersschrulligkeit und seltsamen Essgewohnheiten kolportierte. Dadurch
schuf er eine lockere Atmosphäre, ganz ohne die Schwere ernster
Literatur, und gab des Öfteren Gelegenheit zum Schmunzeln. Die besagten himmlischen
Mächte hielten ihre Wasserschleusen den ganzen Tag über
geschlossen und schickten stattdessen eine während der
Nachtstunden gut erholte und daher kräftige Sonne auf ihre
Tagesreise, die den Bildungswanderern so manchen Schweißtropfen
entlockte. Na ja, ohne Schweiß kein Preis - und letzterer
floss zum Schloss auf Schloss Johannisberg in Form eines erlesenen
Tropfens. Auch dieses Jahr ergaben sich
auf der Wanderung wieder viele Gelegenheiten zu Gesprächen
über den Rheingau, die verschiedenen Festivals, den Wein und
über dies und das. Alle Teilnehmer genossen den sonnigen Tag in
vollen Zügen, und viele werden wohl auch im nächsten Jahr das
identische Programm - nur mit wieder anderen Texten - ein weiteres Mal
absolvieren. |
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