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Das "Rheingau Musik Festival" wirft
seine Schatten voraus |
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Die Pressekonferenz für das Festival 2010 zeigt die ungebrochene Stärke dieser Veranstaltungsreihe | ||||
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Der Rückblick auf 2009
zeigte, dass sich die Wirtschaftskrise - eigentlich wollte man das
Unwort "Krise" vermeiden - nicht oder nur marginal in den
Besucherzahlen niedergeschlagen hat. Die Auslastung war mit 93 Prozent
nicht schlechter als in den Vorjahren, was Herrmann in seiner gewohnt
saloppen Art auf die soziale Einordnung des typischen RMF-Publikums
zurückführte. So äußerte er sinngemäß,
dass Hartz-IV-Empfänger nicht zur eigentlichen Klientel
gehörten. Dem kann man wohl kaum widersprechen. Für die kommende Saison
sind 153 Veranstaltungen mit insgesamt 125.000 Karten geplant. Die
Vorbereitungen dazu liefen bereits seit zwei Jahren, und Herrmann
konnte sich eine kleine Klage über unrealistische
Gagenvorstellungen mancher Künstler nicht verkneifen, die
"anscheinend noch nichts von der wirtschaftlichen Weltlage gehört
hätten". Doch schließlich waren alle gewünschten
Engagements dank einer professionellen und hoch motivierten
RMF-Mannschaft unter Dach und Fach. Von eventuellen Absagen hört
man - natürlich - nichts. Das diesjährige Programm
wartet wieder mit hochkarätigen Solisten und Ensambles auf. So
soll der vielbeschäftigte und schwer zu verpflichtende Daniel
Barenboim ein Klavier-Recital präsentieren, und Anne-Sophie Mutter
wird zwei Konzerte mit den Violinkonzerten von Mendelssohn und
Beethoven (jeder hat nur eins geschrieben) geben. Auch die mittlerweile
in die Weltliga aufgestiegene Sopranistin Diana Damrau wird auftreten
sowie die Pianistin Hélène Grimaud. Daneben - aber nicht
minder bedeutend - treten renommierte Ensembles wie der "Cantus
Cölln" oder das Sydney Symphonie Orchestra auf. Neben Klassik, Barock und - ja
auch - Moderne wird es auch wieder ein reichhaltiges Jazz-Programm
geben, so etwa mit den "New York Voices". Tim Fischer wird Georg
Kreisler vortragen und Ute Lemper zu Astor Piazollas Tango singen. Neu ist der Programmpunkt
"Rendezvous mit...", bei dem berühmte Künstler wie Menahem
Pressler oder Christoph Eschenbach sich den Fragen einer
Musikmoderatorin stellen werden. Diese Art der
Künstler-Präsentation besitzt das Potential, die Barriere
zwischen Bühnenzelebration und Publikum niederzureißen und
hinter dem hoch konzentrierten Interpreten auch einmal den - normalen -
Menschen zu entdecken. Verschiedene Jubiläen
schlagen sich im diesjährigen Programm besonders nieder: Gustav
Mahlers und Hugo Wolfs 150. sowie Robert Schumanns 200. Geburtstag.
Daher ertönt Mahlers 2. Sinfonie zur Eröffnung im Kloster
Eberbach und später Schumanns Violoncellokonzert im Kurhaus
Wiesbaden. Rudolf Buchbinder wird seinen Beethoven-Zyklus mit vier
Sonaten einschließlich der "Hammerklavier-Sonate" als
Höhepunkt fortsetzen und das Sinfonieorchester des
Marinskij-Theaters St. Petersburg (für Altlinke: Leningrad!)
Mahlers 9. Sinfonie präsentieren. Eine besondere Attraktion stellt
die Peking-Oper "Die Nachtigall" dar, die der Dresdner Komponist
Karsten Gundermann während seines langjährigen
China-Aufenthalts ausgerechnet nach dem Märchen des dänischen
Dichters Hans-Christian-Andersen komponiert und zum Erfolg geführt
hat. Die Achse Dänemark-Sachsen-Peking zeigt wahrhaft
kosmopolitische Züge und widerlegt die Behauptung, es sei etwas
faul im Staate Dänemark. Man könnte die Liste der
außergewöhnlichen und ausgefallenen Veranstaltungen beliebig
fortsetzen, doch wir wollen lieber auf die ebenfalls völlig neu
gestaltete Webseite des
Rheingau-Musik-Festivals
verweisen,
die
all diese Informatiion im
Detail parat hält. Schauen Sie einfach einmal hinein. Wir werden
anschließend wieder über einige Veranstaltungen berichten. Frank
Raudszus |
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