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Farbe, Bewegung und - Protest |
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Das
Ensemble "Shen Yun" gastiert mit seiner Artisten-Show in der
Jahrhunderthalle Höchst |
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Anstelle eines Bühnenbildes
benutzt "Shen Yun" eine Video-Leinwand, auf die der jerweilige
Hintergrund projiziert wird. Auch das lässt manchen
europäischen Puristen die Nase rümpfen, hat aber diverse
Vorteile. Erstens spart man sich - ganz pragmatisch - den aufwendigen
und damit teuren Aufbau und vor allem den Wechsel des Bühnenbilds,
zweitens kann man diesen Hintergrund beliebig manipulieren: Ein- und
Auszoomen, Perspektivenwechsel und Einblenden von virtuellen Personen
und Ereignissen. Diese Möglichkeiten setzt die Regie von Shen Yun
ausgiebig ein und erreciht dadurch eine bildreiche Erweiterung der
tänzerischen Darbietungen. Aufgrund der vielen kurzen
"Nummern" ist hier nicht der Platz, auf jede einzelne detailliert
einzugehen, doch einige wollen wir exemplarisch herausheben. Die erste
geschichte zeigt, wie die Götter auf die Erde kamen und dort den
Platz der Kaiser und Herrscher einnahmen. Diese Götetr kommen
direkt aus dem Hintergrundbild geflogen und stehen dann plötzlich
als lebende Personen auf der Bühne. Der rest ist bester
chineischer Tanz der klassischen Art mit farbenprächtigen
Kostümen.
Zu allen diesen Geschichten
werden entweder typische chinesiche Landschaften oder symbolisische
Wetterlagen abgebildet - blauer Himmelm und Sonne bei freudigen
Ereignissen, Gewitterwolken bei Gefahr und Tod. Shen Yun fokgt hier
durchaus dem noch heute in gewisser Weise "naiven" Kunstauffassung der
Chinesen, die plakative Beschreibungen lieben. Die tänzerischen
Darbietungen verdienen höchsten Respekt, sowohl was die
Körperbeherrschung des Einzelnen anbetrifft als auch hinsichtlich
der exakt abgestimmten Formationstänze. Die Musik kommt aus dem
orchestergraben von einem Orchester westlichen Zuschnitts, das durch
einige chinesische Instrumente angereichert ist. Da der
lebensmittelpunkt der Truppe in New York liegt, hat sich die Musik
längst der westlichen Tonalität angepasst. Dabei vertragen
sich chinesische Pentatonik und europäische Harmonik recht gut.
Teilweise klingt die Musik dann entweder wie amerikanische Filmmusik
oder auch ein wenig nach Musical. dann wieder schlägt das
chinesiche Erbe durch. Die zweistündige "tour
d'horizon" durch die chinesische Musik und Tanzkunst bietet viel
fürs Auge und fürs Ohr. Es lohnt sich auf jeden Fall, die
Gelegenheit eines Besuches wahrzunehmen, und außerdem tut man
noch etwas Gutes für die Exil-Chinesen und für die
Minderheiten im heutigen China, jedenfalls moralisch. Frank Raudszus |
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PDF-Datei Shen Yun |