| Fiedler, Seekatz und Co. |
![]() |
100 Bilder aus dem Depot des Hessischen Landesmeuseums in Darmstadt |
|
Das Hessische Landesmuseum macht es sich immer wieder zur Aufgabe, Gemälde aus dem Depot zu holen, um sie dem Darmstädter Publikum in Sonderausstellungen zu präsentieren.
Die jüngste Ausstellung wurde am 4. Dezember 1997 eröffnet und zeigt etwa 100 Bilder aus dem 18. Jahrhundert, die teilweise der Großherzoglichen Sammlung angehörten, von Darmstädter Bürgern gestiftet oder mit Darmstädter Geldern erworben wurden. Die Sammlung stellt somit einen wichtigen Teil regionalen Kulturerbes dar. Vielen Bürgern sind die Künstlernamen Fiedler und Seekatz nur von Straßennamen bekannt, daß sie zu Großherzoglichen Zeiten die Darmstädter Hofmaler waren, wissen die Wenigsten. Beiden Künstlern wird in der Ausstellung viel Raum gewidmet, haben sie doch für Darmstadt einen besonderen Stellenwert, da sie viel über die Lebensbedingungen der Menschen der damaligen Zeit aussagen. Das "Kirchweihfest in Groß-Gerau"(1759) von J.C. Seekatz zeigt beispielsweise eine heitere dörfliche Szene, in der jungen Paaren in ortstypischer Tracht zum Tanz aufgespielt wird. Es wird gegessen und getrunken, und sogar ein tanzendes Murmeltier trägt als Attraktion zum Fest bei. Sehr hübsch sind die "Vier Marktszenen"(um 1760) von J.C. Fiedler, passend zu den vier Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter. So wie das Jahr voranschreitet, steigt das Alter der Protagonisten. Die dargestellten Personen tragen zeitgenössischen Kleidung mit detailgenauen Accessoires. Sie wirken sehr lebensecht und geben Auskunft über die damaligen Lebensgewohnheiten. Sehenswert sind auch die Landschaftsbilder von Frankfurter Malern der Goethe-Zeit. So mancher Ausstellungsbesucher wird sich fragen, weshalb die Gemälde nicht ständig ausgestellt werden. Die Ausstellungsfläche des Museums reicht dafür einfach nicht aus. Deshalb wird das Depot als lebendiges Archiv gepflegt, aus dem man schöpfen und Sonderausstellungen bestücken kann. Passend zur Ausstellung gibt es einen reich bebilderten Bestandskatalog. Alle Gemälde des 18. Jahrhunderts wurden aufgrund zweijähriger Forschung von Dr. Heidrun Ludwig neu bearbeitet und aktualisiert, da das letzte "Verzeichnis der Gemälde des Großherzoglich Hessischen Landesmuseums" von Friedrich Back aus dem Jahre 1914 stammt und die Daten über die vorhandenen Bilder teilweise nicht mehr auf dem neuesten Stand waren. Die Ausstellung ist bis zum 1. März 1998 geöffnet. |