| Premiere der "SchülerInnen" im Werkstatt-Theater |
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Der Jugendclub des Staatstheaters präsentiert temporeiche Musik-Show |
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Schule und SchülerInnen - eine unendliche Geschichte mit immer neuen Variationen und schwerer Bedeutung vor allem für die Betroffenen. Das Staatstheater hatte Darmstädter Schüler öffentlich als Darsteller einer neuen, "multimedialen Show" gesucht. Am 24. Januar präsentierten die ausgewählten Schüler und Schülerinnen ihre eigene Befindlichkeit in einer szenischen Folge mit Gesang und Sprache.
Die Darstellerinnen Lisa Fecher, Anke Haas, Julia Haberstroh und Eva Müller Vier Schüler und vier Schülerinnen warten in einem angedeuteten Klassenzimmer auf den Beginn des Unterrichts. Im Hintergrund sieht man zwei Toilettenhäuschen. Wie jeder weiß, stellt dieser Ort für Schüler seit jeher den einzigen Rückzugspunkt dar, und so werden auch die beiden Häuschen immer wieder zum Kristallisationspunkt des Geschehens. Die acht Personen sind schon von der Aufmachung her typisiert. Da sitzt die aufmüpfige Rotgardistin in Latzhosen neben dem Dirndlmädchen mit dem zum Kranz geflochtenen Zopf. Das schrecklich rosa Tüllkleid der langhaarigen Blondine kontrastiert mit dem gefährlich an ein Negligé erinnernden Kleidchen ihrer kessen Nachbarin. Die jungen Männer changieren vom Schlabberhosen tragenden Langhaarigen über den braven Kniebundhosen-Jüngling bis zum Möchtegern-Yuppie mit schwarzem Anzug, Sonnenbrille und Handy. Dabei ändern die Darsteller während der Vorstellung ihr Outfit und schlüpfen in andere Rollen, damit offensichtlich geheime Wünsche andeutend. Zwischen den Schülern bahnen sich dank der Abwesenheit des steuernden Lehrers sehr schnell gruppendynamische Prozesse an, die durch gegensätzliche Angewohnheiten, Ansichten und Antipathien geprägt sind. Man stichelt gegeneinander, wird handgreiflich, leidet aber auch miteinander. Als Katalysator des Geschehens taucht zwischendurch der Hausmeister mit reaktionären, ja geradezu faschistoiden Sprüchen auf - das lebende Vorurteil über Schul-Pedelle - und legt sich schließlich sogar mit den Schülern an. Das Ganze wird vorwiegend durch pantomimische Szenen dargestellt, durch Solo-Darbietungen bekannter Schlager aufgelockert und miteinander verbunden. Bei der Musik stützt sich die Truppe vornehmlich auf die sechziger und siebziger Jahre, wohl um auch dem reiferen Publikum Identifikationsmöglichkeiten zu geben. Aber auch Heinz Rühmanns "Ich brech die Herzen der stolzesten Fraun" oder Marlene Dietrichs "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt" aus der Vorkriegszeit und Stücke der neueren Pop-Generation kommen zu Gehör. Dabei zeichnen sich die Darsteller durchweg durch gute Stimmen aus, wenn auch der Ton nicht immer auf Anhieb richtig sitzt. Zur Musik der "Superdufte"-Band, in der man die Gesichter der in Darmstadt bekannten Band "Camy and the Nickers" wiedererkannte - sangen und tanzten die jungen Darsteller mit viel Engagament und Spaß. Die Frische und das Tempo der Aufführung rissen das Publikum mit und führten immer wieder zu spontanem Szenen-Applaus. Der Schlußbeifall hielt lange an und forderte von den Darstellern noch einige Zugaben, die sie gerne und begeistert drauflegten. |