| Sommerfest der "Aktion Theaterfoyer" |
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Viel Musik, Tanz und Flanieren im Foyer des Staatstheater Darmstadt |
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Wie seit Jahren üblich, begann auch die diesjährige Theatersaison mit dem Sommerfest der "Aktion Theaterfoyer", die seit Jahren Veranstaltungen rund ums Theater organisiert und viel für die Akzeptanz und die Attraktivität des Theaters in der Bevölkerung tut. Doch der Wettergott scheint diese ehrenamtliche Arbeit entweder nicht zu bemerken oder nicht entsprechend einzuschätzen: wie schon in den Vorjahren jagten auch an diesem Samstag, dem 5. September, schwarzgraue Wolken den ganzen Tag über den Himmel und bedachten Pflanzen und Menschen mit reichlich Nässe. Erst gegen Abend versiegte die Quelle, ohne jedoch längerdauernde Trockenheit zu versprechen. Demzufolge zogen es die Besucher mehrheitlich vor, den Abend in den Räumen des Foyers zu verbringen. Nur Hartgesottene, Lärmempfindliche und passionierte Nichtraucher bevölkerten anfangs die ausgedehnte Hochterrasse vor dem Foyer.
Die Organisatoren hatten sich für das Programm einiges einfallen lassen: fünf Gruppen unterschiedlicher Stilarten heizten den Besuchern in den verschiedenen Foyer-Räumen ein, unter anderem die Hip-Hop-Band "C-Block" aus Frankfurt, die kubanische Salsa-Frauenband "Canela", "Lothar Stadtfeld and Friends", "Alberto Colucci" und "Nino & Frank". Außerdem präsentierten Tänzerinnen des Staatstheater Wiesbaden und die Gruppe "Mallet" Auszüge aus dem Musik-Spektakel "Rock around Barock", das Anfang dieses Jahres großen Anklang beim Darmstädter Publikum gefunden hatte.
Wer mit der Abischt kam, eine "Sohle aufs Parkett zu legen", sah sich enttäuscht. Zwar bot die Musik vor allem im Foyer des Großen Hauses alle Voraussetzungen für eine "Disco-Night", das Publikum umlagerte jedoch die Bands in einer solchen Menge, daß sich das Tanzen auf symbolisches Hüftewackeln beschränkte, das teilweise durchaus attraktiv anzuschauen war, in anderen Fällen jedoch eher Kopfschüttel hervorrief, wenn sich manche(r) um Jahrzehnte jünger wähnte... Überhaupt betrachten viele Besucher dieses Fest seit Jahren als "Laufsteg" und Gelegenheit zur Selbstdarstellung. Die weiten und gut einsichtigen Räumlichkeiten bieten ein ideales "Schußfeld" für kontaktsuchende Singles und für die Inszenierung der eigenen Person beste Sichtverhältnisse. Die Damen nutzten diese Möglichkeit weidlich durch reizvolle Kleidungsvarianten, die Herren zogen dagegen den "Coolness" signalisierenden, gelangweilt-überlegenen Gesichtsausdruck vor. "Ein jeder sonnt sich halt so gern" - beim Fehlen der echten Sonne halt im eigenen Glanze. Die Besucher zogen in großen Scharen zwischen den Bands hin und her, und besonderen Anklang fanden die tänzerischen Aufführungen im Foyer des Großen Hauses. Vor allem die Auszüge aus "Rock around Barock" zogen die Massen an, und wer nicht rechtzeitig erschien, hatte in den hinteren Reihen buchstäblich das Nachsehen. Selbst die letzten freien Stühlen waren bereits zur Selbsterhöhung zweckentfremdet und jeder Sichtspalt von mindestens drei Besuchern besetzt. Das Wetter hielt dann doch soweit durch, daß man sich auf der Terrasse zumindest zu einem Drink und einem Appetithappen an einen Stehtisch lehnen konnte. Die Tische und Bänke glänzten vor leerer Nässe, da sich niemand für längere Zeit dort niederlassen wollte. Dennoch schienen alle Besucher dem Fest auch bei einem solchen Wetter die schönen Seiten abzugewinnen, denn bis Mitternacht sah man kaum jemand gehen, sondern eher noch Nachzügler erscheinen. Böse Zungen mögen behaupten, das habe an der Verlosung eines "Smart"-Autos genau um Mitternacht gelegen, aber auch ohne diese Attraktion hätte wohl kaum jemand das Fest auf dem Höhepunkt der musikalischen Darbietungen verlassen. Dazu waren die Gruppen und Tänzer zu gut. Die "Aktion Theaterfoyer" hat auch in diesem Jahr wieder ein gelungenes Fest inszeniert, auch wenn die Wetterbedingungen nicht optimal waren.Freuen wir uns also schon jetzt auf das nächste Jahr, wenn wir vielleicht endlich wieder einen lauen Sommerabend auf der Terrasse des Staatstheaters bei Wein,.., und Gesang genießen dürfen. Bleibt noch zu erwähnen, das viele Darmstädter Firmen Produkte oder Gutscheine für die Tombola gestiftet hatten, wodurch die Zahl der Gewinne auf über 1100 stieg. Der Eine erwischte für 10,- DM Losgebühr den fünften Rucksack, die Andere jedoch einen Gutschein über einen mehr oder weniger notwendigen Haarschnitt. Aber was soll´s: das wichtigste an der Tombola ist sowieso die Teilnahme und die mehrstündige Hoffnung auf den Hauptgewinn.... |