Sitting Bull – Indianerschicksal zwischen Mythos und Historie

Sonderausstellung des Landesmuseums Darmstadt
Am 13.6.1999 eröffnete das Hessische Landesmuseum in Darmstadt die Ausstellung “Sitting Bull – der letzte Indianer“. Das Besondere an dieser Ausstellung besteht in ihrem Bezug zu Darmstadt. Im Depot des Landesmuseums lagerten jahrelang einzigartige Zeugen der Kultur der Lakota-Indianer, des Stammes, dem Sitting Bull enstammte. Der Auswanderer Heinrich Hechter hatte die Sammlung im Jahre 1889 dem Landesmuseum geschenkt, doch erst mit dieser Ausstellung kommen die Darmstädter Bürger in ihren Genuss. Weitere Leihgaben kommen vom Deutschen Ledermuseum in Offenbach, aus Bern, Englewood, Freiburg, Lübeck, Mannheim, Miami, New York, North Dakota, Oldenburg, Pine Ridge, Radebeul, Stuttgart und Wien. Die Darmstädter hatten bereits im letzten Jahrhundert Bekanntschaft mit den Indianern gemacht, als am 2. Mai 1891 Buffalo Bill mit seiner Wildwest-Show ein Gastspiel gab. Mit dabei waren „100 wilde Indianer, welche am letzten Aufruhr beteiligt waren und Kriegsgefangene wurden“.

Die Ausstellung will nicht nur schöne und seltene Objekte einer Indianer-Kultur zur Schau stellen, sondern sie rückt den Umgang mit ethnischen Minderheiten – hier die Lakota-Indianer – ins Bewußtsein und will durchaus einen Bogen spannen zu der aktuellen Situation mit Asylanten und Bürgerkriegsflüchtlingen.

Christian F. Feest vom Institut für Historische Ethnologie der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt zeichnet neben Mitarbeitern des Landesmuseums mit den Teilnehmern seines Seminars „Sitting Bull“ für die Ausstellung verantwortlich. Im Rahmen des projektorientierten Studiums haben die Studenten mit Begeisterung an der Planung und Durchführung dieser Großausstellung sowie der Gestaltung des Katalogs mitgewirkt.

Neben dem ausführlichen Katalog wird es begleitend zur Ausstellung zahlreiche Vorträge, Filme, Workshops und Kinderprogramme geben, die die Thematik der Ausstellung vertiefen sollen. Die Ausstellung dauert vom 13.Juni bis zum 17.Oktober 1999. Weitere Informationen finden Sie auf der entsprechenden Webseite des Landesmuseums.