| Madame, es ist angerichtet |
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Lustspiel von Marc Camoletti |
Lustspiel von Marc Camoletti mit
Es kommt, wie es kommen muss. Der sich wegen der zu erwartenden Reaktion
Jaquelines heftig sträu- bende und mit sofortiger Abreise drohende
Robert wird vor vollendete Tatsachen gestellt, als pötzlich eine junge
Frau namens Brigitte vor der Tür steht. Um die unmittelbare Katastrophe
zu vermeiden, folgt er dem Wunsch Bernards und spielt das Spiel mit, nicht
wissend, dass diese Brigitte das Dienstmädchen ist. Als Bernard und
seine Frau vom Einkaufen zurückkommen, lässt sich nichts mehr
ändern, und das clevere Dienstmädchen spielt den Part der ver-
meintlichen Geliebten Roberts gegen kräftige Sonder- zuwendungen weiter.
Als dann plötzlich die zweite Brigitte eintrifft und noch in der Tür von den Herren zum Dienstmädchen umtituliert wird, ist das Chaos perfekt, zwei Frauen sind "stinksauer" und die dritte nutzt die Situation und nimmt die Herren weidlich aus. Von nun an geht es für Bernard und Robert nur noch darum, die Löcher ihrer fadenscheinigen Argumen- tation zu stopfen und eine Lüge mit der nächsten zu entkräften. Angesichts der zum Dienstmädchen degradierten "Brigitte II" und der geldgierigen und plappermäuligen "Brigitte I" keine leichte Aufgabe, in der sie sich auch zunehmend verheddern bis zum letzten Showdown, der hier natürlich nicht verraten werden soll.... Mit diesem Stück ist dem Ensemble um Dieter Rum- mel eine der gelungensten Inszenierungen der letzten Jahre gelungen. Die Komödie verzichtet auf jegliche vordergründige oder plump-frivole Anzüglichkeiten - man weiß eh, worum es geht - und konzentriert sich eher auf den Aufbau und den Zusammenbruch der Lügengebäude. Das ganze kommt temporeich und mit viel Witz daher, und das Ensemble ist gut auf- einander eingespielt. Die Rollen sind diesmal den Darstellern wie auf den Leib geschrieben: Heidi Bergemann spielt die betrogene Betrügerin mit der richtigen
Mischung aus selbstgerechtem Zorn und fehlendem Schuldbewusstsein, ohne
dabei zu übertreiben.
Dieter Rummel und Erhard Hennig ergänzen sich in diesem Stück
treffsicher. Erhard Hennig spielt wieder einmal den untreuen und windigen
Ehemann, der sich noch aus jeder nahezu aussichtslosen Situation kurz-
fristig mit einer neuen improvisierten Lüge heraus- windet, nur um
in die nächste Falle zu stolpern.
Mit "Madame, es ist angerichtet" hat das TAP die richtige Mischung aus
unterhaltsamer Boulevard- Komödie, leichter und gut verpackter Frivolität
und etwas Melancholie angerichtet und aufgetischt.
Man darf ,mit Recht annehmen, dass sich diese Ins- zenierung guten Zuspruchs seitens des südhessischen Publikums erfreuen wird.
Vorstellungen: Täglich um 20.15 - außer montags. Kartenvorbestellungen täglich von 18.30-20 Uhr und montags bis freitags 11-15 Uhr, samstags 12-14 Uhr. Telefon 06151/3 35 55 bzw. 3 35 56 |