Madame, es ist angerichtet

Lustspiel von Marc Camoletti
DIE KOMÖDIE - TAP -
Theater am Platanenhain
Bessunger Straße 125 - Darmstadt
Tel.: 06151/3 35 55 und 3 35 56
Madame, es ist angerichtet

Lustspiel von Marc Camoletti

mit

    • Heidi Bergemann,  Simone Denzel, Sandra Russo
    • Erhard Hennig, Dieter Rummel


    Regie: Dieter Rummel

Bernard und Jaqueline besitzen ein geräumiges Land- haus nicht weit von Paris, in dem sie ihre Wochen- enden verbringen. Hierher haben sie Bernards alten Freund Robert für ein paar Tage eingeladen. Bernard weiß nicht, dass Jaqueline und Robert mehr als freundschaftliche Gefühle für einander hegen, und er selbst hat sich heimlich seine Geliebte Brigitte einge- laden, die Robert seiner Frau gegenüber als seine Geliebte einführen soll. Dies erfährt Robert jedoch erst nach einem ersten "Tète-à-tète" mit Jaqueline. Gleichzeitig hat Jaqueline für das bevorstehende Abendessen ein Dienstmädchen engagiert, dass eben- falls auf den Namen Brigitte hört...

Es kommt, wie es kommen muss. Der sich wegen der zu erwartenden Reaktion Jaquelines heftig sträu- bende und mit sofortiger Abreise drohende Robert wird vor vollendete Tatsachen gestellt, als pötzlich eine junge Frau namens Brigitte vor der Tür steht. Um die unmittelbare Katastrophe zu vermeiden, folgt er dem Wunsch Bernards und spielt das Spiel mit, nicht wissend, dass diese Brigitte das Dienstmädchen ist. Als Bernard und seine Frau vom Einkaufen zurückkommen, lässt sich nichts mehr ändern, und das clevere Dienstmädchen spielt den Part der ver- meintlichen Geliebten Roberts gegen kräftige Sonder- zuwendungen weiter. 
Ihre drastische Ausdrucksweise und ihr praktisches Interesse an der Hausarbeit erklären  die Männer der Hausfrau als die gegenwärtige Rolle der angeblichen Schauspielerin. Jaqueline ist natürlich über die Situa- tion empört, ohne dies ihrem Manne erklären zu können.

Als dann plötzlich die zweite Brigitte eintrifft und noch in der Tür von den Herren zum Dienstmädchen umtituliert wird, ist das Chaos perfekt, zwei Frauen sind "stinksauer" und die dritte nutzt die Situation und nimmt die Herren weidlich aus. Von nun an geht es für Bernard und Robert nur noch darum, die Löcher ihrer fadenscheinigen Argumen- tation zu stopfen und eine Lüge mit der nächsten zu entkräften. Angesichts der zum Dienstmädchen degradierten "Brigitte II" und der geldgierigen und plappermäuligen "Brigitte I" keine leichte Aufgabe, in der sie sich auch zunehmend verheddern bis zum letzten Showdown, der hier natürlich nicht verraten werden soll....

Mit diesem Stück ist dem Ensemble um Dieter Rum- mel eine der gelungensten Inszenierungen der letzten Jahre gelungen. Die Komödie verzichtet auf jegliche vordergründige oder plump-frivole Anzüglichkeiten - man weiß eh, worum es geht - und konzentriert sich eher auf den Aufbau und den Zusammenbruch der Lügengebäude. Das ganze kommt temporeich und mit viel Witz daher, und das Ensemble ist gut auf- einander eingespielt. Die Rollen sind diesmal den Darstellern wie auf den Leib geschrieben:

Heidi Bergemann spielt die betrogene Betrügerin mit der richtigen Mischung aus selbstgerechtem Zorn und fehlendem Schuldbewusstsein, ohne dabei zu übertreiben.
Simone Denzel gibt eine kapriziöse und sehr eigen- willige Geliebte, die über die plötzliche Degradierung zum Dienstmädchen verständlicherweise mächtig sauer ist und permanent mit bösartigen Spitzen Rache übt.
Sandra Russo, nach langer Zeit wieder ins TAP- Ensemble zurückgekehrt, verleiht dem unversehens zur Geliebten avancierten Dienstmädchen eine waschechte hessische "Schnauze", wirbelt vor allem die beiden Männer mit ihren knallharten Erpressungen durcheinander und erntet damit viele Lacher.

(zurück)

Dieter Rummel und Erhard Hennig ergänzen sich in diesem Stück treffsicher. Erhard Hennig spielt wieder einmal den untreuen und windigen Ehemann, der sich noch aus jeder nahezu aussichtslosen Situation kurz- fristig mit einer neuen improvisierten Lüge heraus- windet, nur um in die nächste Falle zu stolpern. 
Dieter Rummel sekundiert ihm als treuer und verlieb- ter Freund, der aus dem tragikomischen Konflikt zwischen seinem Freund und dessen Ehefrau nicht mehr herausfindet. Diese Rolle des leicht hilflosen, im Grunde genommen gutherzigen und immer schamlos ausgenutzten Freundes liegt dem Regisseur des TAP.

Mit "Madame, es ist angerichtet" hat das TAP die richtige Mischung aus unterhaltsamer Boulevard- Komödie, leichter und gut verpackter Frivolität und etwas Melancholie angerichtet und aufgetischt.


Das Publikum dankte es dem Ensemble mit vielen Lachern und lang anhaltendem Beifall. 

Man darf ,mit Recht annehmen, dass sich diese Ins- zenierung guten Zuspruchs seitens des südhessischen Publikums erfreuen wird.



Vorstellungen:
Täglich um 20.15 - außer montags.

Kartenvorbestellungen täglich von 18.30-20 Uhr und montags bis freitags 11-15 Uhr, samstags 12-14 Uhr. 
Telefon 06151/3 35 55 bzw. 3 35 56