Joachim Meyerhoff: „die Zweisamkeit der Einzelgänger“

In diesem Roman erzählt der Autor von den ersten Schritten eines jungen Schauspielers – er selbst? – in Bielefeld und später in Dortmund. Auch seine erste Liebesbeziehung fällt in diese Lebensphase. Das Buch ist ein typischer „coming of age“-Roman, in dem sich süße und bittere Phasen eines jungen Lebens in schnellen Cuts aneinanderreihen. Erste Liebesbeziehungen wechseln sich mit turbulenten Szenen einer beginnenden Schauspielerkarriere ab. Auf beiden Gebieten sammelt der Ich-Erzähler intensive Erfahrungen, die er oft so amüsant beschreibt, dass man beim Lesen laut lachen muss. Die humorvollen Phasen wechseln sich jedoch ab mit melancholischen Einschüben, und letztlich dienen alle Erfahrungen dazu, den jungen Mann erwachsen werden zu lassen.

Meyerhoffs Sprachstil ist geprägt von Wortwitz, verrückten Sprachbildern und Personenbeschreibungen, die mehr als skurril daherkommen. Der Autor schafft es mit Leichtigkeit, aus jeder erdenklichen Situation das Abstruse herauszufiltern. Das ist unglaublich unterhaltsam und dennoch nicht ohne Tiefgang. Man hat als Leser das Gefühl, Meyerhoff stehe im Leben ständig auf der Bühne, beobachte sich selbst und reize Situationen bis ins Absurde aus, um am Ende alles irgendwie wieder einzufangen.

Ich selbst bin mit diesem Roman in die Meyerhoff-Welt eingestiegen und werde nach Genuss dieses Buches auch alle anderen Romane lesen. Da geht ein Autor mit so viel Humor durchs Leben, gesegnet mit einer außergewöhnlichen Beobachtungsgabe, dass es eine Lust ist, ihn lesend zu begleiten.

Das Buch ist im Verlag Kiepenheuer & Witsch erschienen, umfasst 416 Seiten und kostet 15 Euro.

Barbara Raudszus

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