Archive | Theater

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Der Körper als Gefängnis

Maura Morales war zwei Jahre lang Mitglied des Darmstädter Tanztheaters. Mittlerweile ist sie zur – selbst tanzenden – Choreographin avanciert und hat die „Cooperativa Maura Morales“ gegründet, mit der sie tänzerische Gastspiele an verschiedenen Orten gibt. In diesem Rahmen ist sie mit ihrer Choreographie „Exceso de la nada“ („Überfluss des Nichts“) für zwei Aufführungen an […]

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Hänsel und Gretel im Wald

Hänsel und Gretel als Produkt von Brüderchen und Schwesterchen

Das Landestheater Detmold präsentiert die Märchenoper von Engelbert Humperdinck und Adelheid Wette. Wer glaubt, er oder sie kenne das eine Libretto von Hänsel und Gretel, wird schon bald eines Besseren belehrt. Wo das Grimmsche Original, namentlich „Brüderchen und Schwesterchen“, noch von der wirklich bösen Mutter spricht, die ihre Kinder mutwillig im Wald aussetzt, sieht das […]

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Ensemble

Gustavos triumphale Himmelfahrt

Vor fünfzehn Jahren stand Guiseppe Verdis Oper „Ein Maskenball“ zuletzt auf dem Darmstädter Opernprogramm, damals in der Ursprungsfassung „Gustavo III.“ Die damaligen Anmerkungen des Rezensenten vor allem zum Libretto treffen zwar noch immer zu, doch Valentin Schwarz, der Regisseur der Neu-Inszenierung, hat diesem Werk neues Leben eingehaucht, wobei emotionales Pathos eine der überzeugendsten Eigenschaften ist. […]

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Gabriele Drechsel(Leila), Karin Klaein (Imelda) und Nicole Kersten (Margot)

Narzisstinnen und Goldmund

Dass Macht und Bedeutung auf Dauer auch die ausgeglichenste Psyche beschädigen, weiß man seit der Antike – Cäsar und Cleopatra lassen grüßen. Theresia Walser veranschaulicht diese Deformation in ihrem Einakter „Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel“ anhand dreier herausragender Frauenfiguren des letzten Jahrhunderts, alle drei Ehefrauen mehr als zweifelhafter Herrscher: Imelda Marcos (Philippinen), Leila […]

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Greta Dato, Jiyoung Lee, Daniel Alwell, Vanessa Shield, Enrique Lopez Flores, Mirko De Campi

„Gaga“ – mehr als schriller Prominame

Das aus dem klassischen Ballett hervorgegangene moderne Tanztheater überschreitet zwar dessen Grenzen, indem es die expressive Körpersprache über die nur „schöne“ Bewegungsfigur stellt, es bleibt jedoch weiterhin der geplanten und präzis eingeübten Figur verpflichtet. Die Tänzer können und sollen zwar durchaus improvisieren, doch stets im Rahmen der eingeübten und im choreographischen Konzept definierten Bewegungsmuster. Der […]

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Das Gesangspaar Lutz Thase und Karina Klüber

Da Capo – ein rasanter „Cult“

Wie alle Betreiber von Varietés steht auch James Jungeli unter dem Druck, seinem verwöhnten Publikum jedes Jahr etwas völlig Neues und „nie Gesehenen“ zu bieten. Das stößt natürlich auf die Grenzen des menschlichen Körpers, dessen Leistung man auch bei bestem Willen nicht beliebig steigern kann. Irgendwann setzen sich doch die Gesetze der Physik durch. Umso […]

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Konzertdirektor Gernot Wojnarowicz

„Lauschangriff“ – auf die Hörgewohnheiten des Publikums

Die Bar der Kammerspiele des Staatstheaters Darmstadt bietet eine ideale Plattform für intime Formate mit Gesprächscharakter. Hier kann man das übliche Theatergeschehen einmal aus anderer Perspektive betrachten – humoristisch, ironisch, bisweilen sarkastisch, abseits der üblichen Hörgewohnheiten. Konzertdirektor Gernot Wojnarowicz hat jetzt diese Möglichkeit genutzt, um die Grenzen der Musik anhand so treffender wie ausgefallener Beispiele […]

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Anton Becker, Adrian Thomser, André Lassen

Kohlhaas ist jeder

Im Gegensatz zu so manchem Roman bietet sich Heinrich von Kleists Novelle „Michael Kohlhaas“ wegen ihrer fokussierten und konsequent auf die Katastrophe zusteuernden Handlung geradezu für eine Bühnenbearbeitung an.  Der Weg eines honorigen Weltmannes zum Wüterich ergibt sich nahezu zwangsläufig aus einem schamlosen Betrug sowie der Verschleppung und anschließenden Niederschlagung der berechtigten Klage. Doch erst […]

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Comedia dell´arte – pur!

Wer das Theater als bürgerliche Bildungsanstalt oder als Ort moralischer Belehrung und  Läuterung betrachtet, wird diese Inszenierung empört verlassen, wer Theater jedoch im Sinne von Werktreue und Authentizität versteht, wird sie als eine Sternstunde der Theaterkunst genießen. Weshalb diese polarisierende Sicht? Die italienische „Commedia dell´arte“ verstand sich zwar als professionelles Theater, das von Berufsschauspielern gespielt […]

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Gibt es „nichts Sinnlicheres als Schmerz“? Über die Lust an der Unterwerfung.

Die Herkunft des Wortes Sadismus ist wahrscheinlich bekannter als die seines Gegenparts, des Masochismus. Nimmt ersterer Begriff Bezug auf die (selbst) berichteten Handlungen des französischen Aristokraten Marquis de Sade (1740 – 1814), so spielt letzterer auf den österreichischen Schriftsteller Leopold von Sacher-Masoch (1836-95) an. In seinem Roman „Venus im Pelz“ von 1870 beschreibt Sacher-Masoch die […]

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