Author Archive | frankraudszus

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Als die Krimiwelt noch in Ordnung war…

Edgar Wallace also – da denkt man als alter Bundesrepublikaner doch sofort an Joachim Fuchsberger und Karin Dor sowie an gemeinsames Familiengruseln vor einem kleinen Schwarzweiß-Fernseher. Diese Zeit lässt jetzt die Neue Bühne Darmstadt in ihrem Theaterstück „Die seltsame Gräfin“ nach dem Roman des britischen Allround-Autors wieder auferstehen. Der Krimi entstand zwar im Jahr 1925 […]

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Aus der Zeit gefallen…

Im 7. Kammerkonzert des Staatstheaters Darmstadt spielte die russische, seit 2010 in Deutschland lebende Pianistin Yulianna Avdeeva Werke bekannter Komponisten des 18. und 19. Jahrhunderts, genauer: von Johann Sebastian Bach, Franz Liszt und Fréderic Chopin. Alle drei zeichnen dabei der hohe Bekanntheitsgrad, die unbestrittene Zugehörigkeit zum Kanon und eine weitgehend eindeutige stilistische Einordnung aus. Doch […]

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Die Hybris des Films im Auge des Theaters

Das Kino liebt den großen Auftritt des menschlichen Egos, nicht zuletzt aufgrund seiner Reichweite und Massenkompatibilität, die eine weitgehende Identifikation der Kinobesucher mit der latenten Hybris des Menschen ermöglichen. Im Gegensatz dazu bedient das Theater bewusst die kleine Zielgruppe körperlich anwesender Zuschauer und fordert deren kritische Reflexion – oder sollte es zumindest tun. Das Staatstheater […]

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Denk nicht, schau!

„Denk nicht, schau!“ lautet der Titel der Ausstellung im Wiesbadener „Museum Reinhard Ernst“ (mre) über den österreichischen Maler Wolfgang Hollegha (1929-2023) und spiegelt gleichzeitig dessen künstlerische Maxime. Hollegha war bis ins hohe Alter tätig, und das letzte in dieser Ausstellung gezeigte Bild malte er im Alter von 92 Jahren. Seine Bilder leben vor allem von […]

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Der Meister und Margarita
nach Michail Bulgakow
Regie: Timofej Kuljabin
 
Regie: Timofej Kuljabin
Bühne: Oleg Golovko
Kostüme: Vlada Pomirkovanaya
Musik: Timofey Pastukhov
Dramaturgie: Alexander Leiffheidt, Olga Fedyanina
Koordinator/Dolmetscher: Rustam Akhmedshin
Licht: Marcel Heyde
 
Auf dem Bild
»Der Meister und Margarita« nach Michail Bulgakow
Regie: Timofej Kuljabin
Ensemble
 
Foto: Arno Declair

Dekonstruktion von Metaphern

Während des scheinbaren Tauwetters nach der geopolitischen Wende um 1990 waren antitotalitäre Stoffe auf der Theaterbühne aus der Mode gekommen, doch aufgrund der Entwicklung in den letzten Jahren erleben sie eine Renaissance. Das gilt auch – und besonders – für Michail Bulgakows Roman „Der Meister und Margarita“, dessen Inszenierung von Frank Castorf im Jahr 2002 […]

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Der zerbrochene Kleist…

In Heinrich von Kleists Komödie „Der zerbrochene Krug“ steht eindeutig der mehr als zwielichtige Dorfrichter Adam im Mittelpunkt. Als Richter über ein Delikt, dass er selbst begangen hat, sucht er die verwegensten Ausflüchte und Verdächtigungen, nur um den Verdacht nicht auf sich zu zu lenken. natürlich letztlich ohne Erfolg. Doch die Komik seiner verbalen und […]

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Ein Abend der Abschiede

Musik kann – viel mehr als Sprache – menschliche Befindlichkeiten, Emotionen und Charaktere verdeutlichen. Letztere basieren dabei nicht nur auf genetischer Veranlagung, sondern vor allem auf den Erfahrungen des realen Lebens, wobei vor allem individuelles Leid eine Rolle spielt. Das 6. Kammerkonzert des Staatstheaters Darmstadt zeigte dies in aller Deutlichkeit in der Interpretation dreier „letzter […]

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Graichen/Wemhoff: „Gründerzeit 1200“

Gerne kleidet man historische Bücher in ein Roman-Gewand, da Sachbücher als trocken gelten und daher nur einen begrenzten Leserkreis ansprechen. Das geht jedoch wegen der „menschelnden“ Herangehensweise meist auf Kosten der historischen Genauigkeit. Doch es gibt auch Sachbücher, die ohne diese Gattungskrücke sowohl ein lebendiges Abbild der jeweiligen historischen Situation als auch ein Stimmungsbild des […]

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Schmale Bahnen der Wärme im Frost der Welt

Maurice Maeterlinck war einer der herausragenden Vertreter des Symbolismus, der Ende des 19. Jahrhunderts als Reaktion auf die industrielle und wissenschaftliche Rationalität entstand und die Realität nur als Symbole tiefer liegender, gleichsam metaphysischer Gesetzmäßigigkeiten betrachtete. Das schlägt sich auch in seinem Stück „Pelléas und Mélisande“ nieder, dass Claude Debussy wiederum im Jahr 1902 als Oper […]

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Da kämpfen Götter selbst vergebens….

„Iphis“ ist die Jugendoper der australischen Komponistin Elena Kats-Chernin (*1957) übertitelt, nach dem Namen der Hauptperson. Das Staatstheater Darmstadt hat diese kurze Kammeroper bewusst für die Zielgruppe der Jugendlichen eingerichtet und sie im Programmheft bereits für Elfjährige empfohlen, was man durchaus kritisch sehen kann. Die Musik, intoniert von einem Kammerorchester aus Mitgliedern des Darmstädter Sinfonieorchesters, […]

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