Archive | Schauspiel

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Datterich in Venedig

Die „Hessische Spielgemeinschaft“ hat sich ursprünglich mit Mundartstücken der Region profiliert, etwa den „Datterich“, im Laufe der letzten Jahre jedoch das „Heiner-Deutsch“ auch ausländischen Komödien verordnet. Das ist theaterpolitisch durchaus legitim, denn in den meisten Komödien geht es um die sprachinvarianten menschlichen Schwächen. Dieses Jahr steht das Stück „Volpone“ des englischen Autors Ben Jonson (1572-1637) […]

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Väter und Söhne 2.0

Der Titel „Killology“ des Einakters von dem britischen Autor Gary Owen spielt an Begriffe wie „Techno-logie“ oder „Philo-logie“ an, die jeweils die Lehre eines bestimmten Wissensgebietes bezeichnen. In diesem Sinne steht „Killo-logy“ für die Lehre vom Töten und spielt in diesem Stück eine zentrale Rolle im Umfeld der Computerspiele. laut den Erkenntnissen des fiktiven Spieleentwicklers […]

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Kafkaesker Klamauk

Es mag ein Zufall sein, dass die Premiere der Komödie „Jeeps“ von Nora Abdel-Maksoud am Staatstheater Darmstadt fast genau am hundertsten Todestag von Franz Kafka stattfand, wäre da nicht die sogartige Wirkung des Bühnenbildes von Wanda Traub, das sofort die Assoziation an Kafkas „Prozess“ weckt. Zwei lange Reihen grauer Aktenschränke täuschen durch geschickte Verengung eine […]

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Eine Liebe von Erna

Jasmin-Nevin Varul kam als Tochter eingewanderter iranischer Eltern in Heidelberg zur Welt und ist Mitglied des Darmstädter Schauspiel-Ensembles. Das nur zur Einordnung ihres Einpersonen-Stücks „The Importance of being Erna“. Der Titel ist natürlich eng an Oscar Wildes Komödie „The Importance od being Ernest“ angelehnt, in der es viel um das Wortspiel um den Namen „Ernest“ […]

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Aufopferung wofür?

In der Oper bezeichnet der Begriff einer „konzertanten“ Aufführung, dass die Gesangsnummern ohne Bühnenbild und szenischen Hintergrund an der Rampe mit dem Orchester im Rücken vorgetragen werden. Das sängerische Personal hat zwar gewisse Freiheiten hinsichtlich Mimik und Gestik, spielt jedoch die Szenen nicht aus. Gründe für diese Art der Darstellung sind meist finanzieller, personeller und […]

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Worauf hoffen?

„Worauf hoffen“ lautet das Motto für die Saison 2024/256 des Staatstheaters Darmstadt, die am 25. April in einer eigenen Pressekonferenz vorgestellt wurde. Das Motto stammt aus Bernd Alois Zimmermanns Oper „Requiem für einen jungen Dichter“, die am 2. Oktober 2024 Premiere feiert, und Zimmermann hat es wohl von Immanuel Kants berühmter Frage „Was dürfen wir […]

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Eintauchen in den Orient

Wir aus der älteren Generation haben noch mit erschauernder Begeisterung die Geschichten aus „1001 Nacht“ gelesen, ging es dort doch nicht nur um seltsame Sitten und Gebräuche, sondern auch um – fast beiläufig erwähnte – Gewalt. Die heutige Kinder und Halbwüchsige dagegen verfügen über andere Quellen der geistig-seelischen Freizeitgestaltung. Die „Neue Bühne Darmstadt“ hat sich […]

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Anklänge an Kafka

Der Titel „Pirsch“ des Einakters von Ivana Sokola ist so lakonisch knapp wie treffend. Denn hier geht es um die Jagd nach einem Mann, dessen sexuellen Übergriff auf einem Volksfest vor fünfzehn Jahren Marinka (Edda Wiersch) nicht vergessen kann. Daher begibt sie sich in ihrem alten Heimatort auf die Jagd nach dem unbekannten Übeltäter, von […]

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Rituelle Erdverbundenheit

Grün bepflanzte Hecken und Wände dominieren das Bühnenbild des Einakters „Earthboi“ in den Kammerspielen des Staatstheaters Darmstadt. Mittendrin kauert sich ein Kind auf den Boden zusammen. Zu asiatisch anmutendem Ritualgesang erzählen zwei erdhaft geschminkte junge Frauen – angehende „Erdmütter“? – die Geschichte des kauernden Kindes, das als Heilsbringer für die von der Menschheit geschundene Erde […]

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Der Raub der Sabinerinnen
von Paul und Franz von Schönthan
Regie: Christina Tscharyiski
 
Regie: Christina Tscharyiski
Bühne: Stéphane Laimé
Kostüme: Svenja Gassen
Musik: Thorsten Drücker
Dramaturgie: Katrin Spira
Licht: Frank Kraus
 
Auf dem Bild
Der Raub der Sabinerinnen von Paul und Franz von Schönthan
Regie: Christina Tscharyiski
Annie Nowak, Isaak Dentler
 
Foto: Birgit Hupfeld

Fastnachtsulk in Frankfurt

Was motiviert ein Theater heutzutage noch, eine Klamotte wie „Der Raub der Sabinerinnen“ der Brüder Schönthan aus dem Jahr 1883 auf die Bühne zu bringen? Nun, Intendant Anselm Weber vom Schauspiel Frankfurt erklärte das in schöner Offenheit als eine Notmaßnahme während der Pandemie, als die Theater sich für längere Zeit – eventuell irreversibel? – zu […]

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