Archive | Schauspiel

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Ein Solo für die Empathie

Die sexuelle Identität vor allem junger Menschen ist seit einiger Zeit Dauerthema in bestimmten Medien und in der Kulturlandschaft. Ob das bei einem Anteil zwischen 0,3% („konservativ“) und 3% („progressiv“) der Bevölkerung zu den zentralen Problemen der Gegenwart zählt, darüber lässt sich sicher streiten, doch für die Betroffenen trifft das auf jeden Fall zu. Das […]

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Als die Krimiwelt noch in Ordnung war…

Edgar Wallace also – da denkt man als alter Bundesrepublikaner doch sofort an Joachim Fuchsberger und Karin Dor sowie an gemeinsames Familiengruseln vor einem kleinen Schwarzweiß-Fernseher. Diese Zeit lässt jetzt die Neue Bühne Darmstadt in ihrem Theaterstück „Die seltsame Gräfin“ nach dem Roman des britischen Allround-Autors wieder auferstehen. Der Krimi entstand zwar im Jahr 1925 […]

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Die Hybris des Films im Auge des Theaters

Das Kino liebt den großen Auftritt des menschlichen Egos, nicht zuletzt aufgrund seiner Reichweite und Massenkompatibilität, die eine weitgehende Identifikation der Kinobesucher mit der latenten Hybris des Menschen ermöglichen. Im Gegensatz dazu bedient das Theater bewusst die kleine Zielgruppe körperlich anwesender Zuschauer und fordert deren kritische Reflexion – oder sollte es zumindest tun. Das Staatstheater […]

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Der Meister und Margarita
nach Michail Bulgakow
Regie: Timofej Kuljabin
 
Regie: Timofej Kuljabin
Bühne: Oleg Golovko
Kostüme: Vlada Pomirkovanaya
Musik: Timofey Pastukhov
Dramaturgie: Alexander Leiffheidt, Olga Fedyanina
Koordinator/Dolmetscher: Rustam Akhmedshin
Licht: Marcel Heyde
 
Auf dem Bild
»Der Meister und Margarita« nach Michail Bulgakow
Regie: Timofej Kuljabin
Ensemble
 
Foto: Arno Declair

Dekonstruktion von Metaphern

Während des scheinbaren Tauwetters nach der geopolitischen Wende um 1990 waren antitotalitäre Stoffe auf der Theaterbühne aus der Mode gekommen, doch aufgrund der Entwicklung in den letzten Jahren erleben sie eine Renaissance. Das gilt auch – und besonders – für Michail Bulgakows Roman „Der Meister und Margarita“, dessen Inszenierung von Frank Castorf im Jahr 2002 […]

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Der zerbrochene Kleist…

In Heinrich von Kleists Komödie „Der zerbrochene Krug“ steht eindeutig der mehr als zwielichtige Dorfrichter Adam im Mittelpunkt. Als Richter über ein Delikt, dass er selbst begangen hat, sucht er die verwegensten Ausflüchte und Verdächtigungen, nur um den Verdacht nicht auf sich zu zu lenken. natürlich letztlich ohne Erfolg. Doch die Komik seiner verbalen und […]

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Das Menetekel der Schönheit

Die Schönheit ist ein begehrtes Gut. Jeder möchte sie besitzen oder zumindest ihre Nähe genießen. Wer mit ihr gesegnet ist, kennt die Macht, die fremdes Begehren vermittelt. Wer jedoch mit fremder Schönheit konfrontiert ist, ohne sie sich aneignen zu können, lernt die Gefühle des Neides und der Eifersucht kennen. Was man nicht besitzen kann, muss […]

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Nostalgische Illusionen als Realitätsverweigerung

Mit offener Bühne und selbstvergessen mit Luftballons spielenden Darstellerin beginnt die neue Darmstädter Inszenierung von Anton Tschechows Komödie „Der Kirschgarten“. Dabei hat Regisseur Philipp Preuss mehrere aktuelle Hintergedanken eingebracht, die jedoch latent im Hintergrund lauern. Zum Einen verweist dieses russische Stück aus dem Jahr 1903 auf die derzeitige Verfassung Russlands, die man trotz heftiger Kriegsanstrengungen […]

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Die Innenwelt des Einsamen

„No signal“ – „kein Signal“ lautet die Meldung des Fernsehers, wenn er keine externen Daten von dem Steuergerät empfängt. Und so lautet auch der Titel des Thrillers von Tjörvi Lederer, der gerade seine Uraufführung in den Kammerspielen des Staatstheaters Darmstadt durchlief. Dabei unterstellt der Titel eine spannende Krimihandlung mit einer zumindest in sich konsistenten Logik, […]

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Die schwarzen Raben der Verführung

Der Kinderbuchautor Otfried Preußler, Jahrgang 1923, meldete sich zu Kriegsbeginn begeistert als Freiwilliger, um den Führer zu unterstützen. Der Krieg und die Gefangenschaft in Russland belehrten ihn eines Besseren, und in vielen seiner Bücher verarbeitete er mehr oder minder explizit diese jugendliche Verirrung. So auch in dem Roman „Krabat“, den die Arheilger „Neue Bühne Darmstadt“ […]

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Gesellschaftskritik? – Emotions, stupid!

Emily Brontés Roman „Sturmhöhe“ – englisch „Wuthering Heights“ – haben wir vor Jahren hier als Hörbuch besprochen, weshalb wir auf eine detaillierte Inhaltsangabe und grundlegende Kritik an dem Roman verzichten. Nur soviel: Die Autorin hat hier keine kritische Gesellschaftsanalyse im Sinn gehabt, sei es bezüglich des Klassensystems, der Rolle der Frau oder gar rassistischer Tendenzen, […]

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