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Spagat zwischen Original und Neudeutung

„König Lear“ ist eine der ergreifendsten und konsequentesten Tragödien Shakespeares, die man auf deutschen Bühnen leider zu selten sieht. Über Jahrzehnte haben es sich Regisseure zur Aufgabe gemacht, große Bühnenstoffe neu zu deuten und gegebenenfalls auch inhaltlich zu ändern, was immer wieder zu heftigen Diskussionen über Werktreue und Respekt gegenüber dem Original führte. Seit einiger […]

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Sang Young Park: „Love In The Big City“

Dieser Roman des jungen Schriftstellers Sang Young Park (*1988) handelt vom Erwachsenwerden eines jungen, homosexuellen Mannes in Südkorea. Im Alter von neunzehn Jahren trifft der Protagonist Young auf die gleichaltrige Studentin Jaehee. Sie kommt gerade von irgendwelchen Sexabenteuern, und er knutscht wild mit einem anderen Mann auf einem Parkplatz. Er kennt ihn nicht, aber mit […]

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Ralf Konersmann: „Welt ohne Maß“

Die naturwissenschaftliche Forschung hat in den letzten zwei Jahrhunderten einen Rekord an den anderen gereiht und schließlich bei der Wasserstoffbombe und der Gentechnik höchst fragwürdige Entwicklungen hervorgebracht. Das liegt auch darin, dass die Moderne keine Begrenzungen im Sinne eines vernünftigen „Maßes“ mehr kennt. Alles, was machbar ist, wird auch gemacht. Diese Entwicklung hat der Kieler […]

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Daniel Jones/Miaya Lee: „tiny love stories“

Vor knapp zwanzig Jahre startete die New York Times eine Kolumne, in der Leser erlebte oder erfundene Liebesgeschichten in Kurzform erzählen konnten. Als Längenvorgabe war eine Twitter-Nachricht angedacht. Im Laufe der Zeit hat sich diese kleine Kolumne zu einem Erfolgsmodell entwickelt, so dass die beiden für diese Serie Verantwortlichen sie in einem kleinformatigen Buch zusammenführten. […]

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Trio mit Dichte und Prägnanz

Klaviertrios des 18. Jahrhunderts waren weitgehend vom Klavier dominiert, weil dieses Instrument im wachsenden Bürgertum zunehmende Bedeutung für die Hausmusik gewann. Diese Dominanz hat später zwar abgenommen, ist aber auch in späteren Kompositionen immer noch erkennbar, wie das 5. Kammerkonzert des Staatstheaters Darmstadt zeigte. Offensichtlich spielt das Klavier mit seinem Resonanzkörper und den vielfältigen – […]

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Eva Menasse: „Dunkelblum“

„Dunkelblum“ – was für ein Titel! Das ist doch ein Widerspruch in sich, das helle, farbige Leuchten, das wir mit einer Blume verbinden, im Zusammenhang mit Dunkel, also Unklarheit. Oder ist es das, was im Dunklen, also im Verborgenen, blüht und gedeiht? Der Titel scheint auf nichts Gutes zu verweisen. Der 2021 erschienene Roman „Dunkelblum“ […]

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Neujahrskonzert à la Gerald Hoffnung

Das traditionelle Neujahrskonzert des Staatstheaters Darmstadt stellte nach einem zermürbenden Corona-Jahr den Humor in den Mittelpunkt des Programms. Doch statt vordergründigem oder gar plattem Witz lieferte das Orchester den Humor unter der Leitung des litauischen Dirigenten Vilmantas Kaliunas auf sozusagen homöopathische Weise in der Musik selbst und gerade dort, wo die Komponisten mit ihren eigenen […]

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Fredrick Brackman: „Eine ganz dumme Idee“

Der Autor dieses Buches schreibt selbst: „Dies ist eine Geschichte über einen Bankraub, eine Wohnungsbesichtigung und eine Geiseldrama. Aber vielleicht noch viel mehr eine Geschichte über Idioten. Allerdings eben nicht nur…“. Auf jeden Fall ist dieser Roman etwas völlig anderes, als man nach dem Einlesen vermutet. Sind die Protagonisten wirklich alle Idioten, oder handelt es […]

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David Edmonds: „Die Ermordung des Professor Schlick“

Der Titel dieses Buches kann zu der irrtümlichen Annahme führen, hier handele es sich um einen Kriminalroman aus dem Wien des frühen 20. Jahrhunderts. Auch der Untertitel „Der Wiener Kreis und die dunklen Jahre der Philosophie“ klärt dank des Adjektivs „dunkel“ diesen Irrtum nicht auf, sondern fördert ihn sogar durch seine Ambivalenz. Zwar wird hier […]

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Haruki Murikami: „Gesammelte T-Shirts“

Haruki Murikami ist vor allem für die Doppelbödigkeit seiner Romans bekannt, die den Boden des Alltäglichen und Nachvollziehbaren schnell verlassen und die Leser in eine ambivalente Welt des Symbolischen entführen. In dem vorliegenden Buch ist er jedoch einmal ganz prosaisch, um nicht zu sagen trivial. Nachdem ihn jemand – ein Verlagsmitarbeiter? – auf sein breites […]

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