Archive | Theater

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Freiheit zuende gedacht

Die freie Selbstbestimmung des Menschen steht in der westlichen Kultur an vorderster Stelle, und das nicht nur in liberal-konservativen Kreisen, sondern vor allem bei der Linken (von der echten Rechten ganz abgesehen), wie man etwa an dem identitären Diskurs sieht. Ferdinand von Schirach, der sich seit einiger Zeit in Theaterstücken – etwa „Terror“ – aktuellen […]

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Hund wohin gehen wir

Jugend als Gefängnis

Eine Uraufführung reizt stets zu besonderen Inszenierungen, und sei es nur, um einem neuen Stück die höchst mögliche Aufmerksamkeit zu bieten. Am Staatstheater Darmstadt hat man diese Sonderstellung für Anne Leppers Stück „Hund wohin gehen wir“ mit zwei Maßnahmen erreicht: einerseits hat man die Aufführung in die städtische Kunsthalle verlegt, und andererseits spielt man die […]

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Ein Spiegelkabinett der Spielebenen

Shakespeares „Hamlet“ mit dem berühmten Dialog – „To be or not to be“ – dürfte eines der weltweit meistgespielten Stückes sein, und Generationen von Schauspielern haben sich diese Rolle für die eigene Karriere sehnlichst gewünscht. In den Kammerspielen des Staatstheaters Darmstadt ist jetzt eine ganz besondere Inszenierung dieses Paradestücks von dem dänischen Regisseur Tue Biering […]

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Zweiter Aufguss eines Renners

Plagiatsaffären sind seit einiger Zeit vor allem in Politikerkreisen „en vogue“. Man diskreditiert sich fröhlich mit entsprechenden Nachweisen in Doktor- und Diplomarbeiten. Doch auch im literarisch-künstlerischen Bereich feiert dieser Versuch der Trittbrettfahrerei auf vielfältige Weise seit eh und je fröhliche Urständ. Das trifft auch für Paul Abrahams Operette „Ball im Savoy“ aus dem Jahr 1931 […]

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Der Kreis der Leere

Das Theaterpublikum zumindest des bürgerlichen (einund)zwanzigsten Jahrhunderts erwartet von jedem Stück eine konkrete Aussage oder zumindest einen klar erkennbaren Zweck. Letzterer kann in der Unterhaltung oder in der Belehrung liegen, erstere in der Schilderung menschlicher Schwächen oder in der Abhandlung eines typischen Konflikts. Diese nicht zuletzt durch die rationale Organisation der kapitalistischen Wirtschaftsform bedingte Erwartungshaltung […]

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Ein denkwürdiger „Abschied“

Der lateinische Imperativ „memento“ beinhaltet auf ambivalente Weise sowie die Aufforderung, sich zu erinnern als auch, sich einer Tatsache bewusst zu sein. Am deutlichsten wird das in der für das Lateinische typischen komprimierten Formulierung „memento mori“ (Bedenke, dass Du sterben musst“). Tim Plegge, der Leiter des Hessischen Staatsballetts, hat das „memento“ als Titel seiner neuen […]

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Selbstreferentielle Abgründigkeit

Die ältere Generation kennt Gustav Gründgens nicht nur als unübertroffenen „Mephisto“ in Goethes „Faust“, sondern auch als renommierten und gut vernetzten Theater-Intendanten. Er begann seine Karriere als einfacher Schauspieler in einer Hamburger Provinzbühne – ja: Hamburg galt damals aus Berliner Kultursicht als Provinz. Dort lernte er Klaus Mann und dessen Schwester Erika kennen, die er […]

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Verschwommene Zeiten

Wer ohne große Vorkenntnisse bezüglich Pucchinis „La Bohème“ Oper die zweite Vorstellung besuchte, geriet zu Beginn in arge Verständnisprobleme. Die Sänger sangen auf Italienisch, die deutsche Übertitelung war ausgefallen, und – größtes Hindernis! – das Bühnenbild verwirrte selbst kundige Besucher. Denn hier sah man keine frostkalte Künstlerwohnung mit Ofen ohne Heizmaterial, sondern ein modernes Kunstmuseum […]

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Der Große Gatsby – The Great Gatsby

Wer vor einigen Jahren die fünfte Verfilmung von ‘The Great Gatsby‘, nach dem Roman von F. Scott Fitzgerald, mit Leonardo die Caprio gesehen hat, dem wird wohl ein nachhaltiger Eindruck geblieben sein. Umso schwieriger mag es erscheinen, dieses Werk nun erneut auf der Bühne eines Theaters zu präsentieren und ebenso einen charakteristischen Eindruck zu erzielen. […]

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Vexierspiel zwischen Theater und Film

Die Inszenierung von Upton Sinclairs Roman „Öl“ aus dem Jahr 1927 beginnt mit einem bühnengroßen Video auf einem Gazevorhang, das die beiden Protagonisten J. Arnold Ross (Wolfram Koch) und seinen Sohn Bunny (Torsten Flassig) dabei zeigt, wie sei ein altes Autos aus den Zwanzigern vom Vorplatz des Frankfurter Schauspielhauses durch verschiedene Gänge und Türen bis […]

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