Katrine Engberg: „Krokodilwächter“

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Im Haus der Schriftstellerin Esther Laurenti wird eine junge Frau bestialisch ermordet. Von den Hausbewohnern hat niemand etwas gehört oder beobachtet. Einzig Gregers, ein alter, stark gehbehinderter Herr, begibt sich von seiner Wohnung nach unten, um den Müllbeutel zu entsorgen. Dabei kommt er an der offenen Wohnungstür von zwei jungen Mitbewohnerinnen vorbei. Als er neugierig nach der Türklinke greifen will, rutscht er aus und fällt schwer auf den Boden der Wohnung. Als er nach dem Sturz langsam wieder zu sich kommt, sieht er überall um sich herum Blut  – und bemerkt schließlich eine junge tote Frau unter sich.

So beginnt der Kriminalroman von Katrine Engberg. Das junge Mordopfer wurde nicht sexuell missbraucht, das Gesicht wurde jedoch mit einem Messer übel maltraitiert. Der Mord an der jungen Frau folgt jedoch genau dem Schema, das Esther Laurenti in ihrer neuesten Romanvorlage gewählt hat. Doch ihr Roman ist reine Fiktion. Wie kann es sein, dass ihr Romanplot so plötzlich und noch am selben Ort in die Realität umgesetzt wurde? Wie kann jemand einen Roman nachspielen, der noch in der Entstehung begriffen ist? Viele Fragen, die sich Esther Laurenti stellt, als sie ihren Roman fortsetzt…..

Katrin Engberg erzählt einen spannenden Kriminalroman, der immer wieder neue Fragen aufwirft. Der Leser fragt sich, wie sie diesen so belasteten Roman jemals jemals zu einem logischen Ende führen kann. Doch es gelingt ihr tatsächlich, die Handlung in Bahnen zu lenken, die Anfang und Ende der Geschichte zusammenbringen.

Es geht dabei um Heimkinder, Machtmissbrauch, verletzte Seelen und einen alkoholabhängigen Kommissar, der die Trennung von seiner Frau nicht verkraftet. Vieles ist allzu menschlich, doch manchmal eskaliert eine Situation eben…

Der Roman ist im Diogenes-Verlag erschienen, umfasst 505 Seiten und kostet 22 Euro.

Barbara Raudszus

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