Momo auf der Bühne

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Momo, ein junges Mädchen, lebt in einem antiken Amphitheater irgendwo in Italien. Sie weiß nicht, wann und wo sie geboren wurde. Momo ist alleine auf der Welt und hat es sich dort in einer Art Höhle gemütlich eingerichtet.

Das alte Theater ist gleichzeitig Treffpunkt von Momos diversen Freunden. Sie quatschen miteinander und haben zusammen Spaß, aber es gibt natürlich immer mal wieder auch Streit. Momo ist zwar die Jüngste von allen, aber sie ist eine sehr gute Zuhörerin. So laden alle ihre Freunde ihre Sorgen bei ihr ab.

Ratschläge erteilt Momo nicht, doch allein dadurch, dass sie Anteil nimmt am leben ihrer Freunde, kommen diese auf gescheite Gedanken. Zuhören, Spaß haben, Probleme lösen: das alles braucht Zeit, und die haben Momo und ihre Freunde im Überfluss.

Ensemble

Doch plötzlich bricht etwas Fremdes in diese Idylle ein. Es stinkt überall nach Rauch, und die „grauen Herren“ eröffnen Zeitsparkassen und Konten, in die die Bürger der Kleinstadt Zeit einzahlen können. Es ist vorbei mit Müßiggang und „In-den-Tag-hineinleben“. Vor lauter Optimierungswahn finden auch keine Treffen mehr im Amphitheater statt. Dafür hat niemand mehr Zeit.

Der einzige Dorn im Auge der „grauen Herren“ ist Momo. Die konnten sie bisher noch nicht überzeugen. Die Schildkröte Kassiopeia schließlich rettet Momo vor der grauen Übermacht und bringt sie zu Meister Hora,der die Zeit hütet. Er überreicht Momo ihre Stundenblume, mit deren Hilfe sie die Freunde vor der Hektik des Zeitoptimierungswahns bewahren kann und schließlich die „grauen Herren“ besiegen kann. Als diese verdampft sind, kehren alle Freunde wieder zu ihrer gewohnten Langsamkeit zurück.

Zum Schluss fordert Meister Hora das jüngere und ältere Publikum noch einmal heraus, indem er zu bedenken gibt, dass die Geschichte um Momo gestern, heute oder vielleicht erst in der Zukunft spielen könnte.

Szenenbild des siebenjährigen Oskar

In dieser Inszenierung für Alt und Jung spielt nahezu das gesamte Schauspiel-Ensemble des Staatstheaters einschließlich ehemaliger Ensemble-Mitglieder wie Margit Schulte-Tigges. Anabel Möbius, Katharina Hintzen und Yana Robin la Baume sind dabei, ebenso Stefan Schuster, Hubert Schlemmer und Christian Klischat, um nur einige zu nennen. Das ist nicht nur für die jüngeren Zuschauer ein großer Spaß, sondern auch für die Älteren und vor allem für die Schauspieler.

Barbara Raudszus

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