Archive | Theater

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Der Verlierer gibt alles …

„The Winner takes it all“ ist ein durchaus tiefgründiger Spruch aus Sicht sowohl der Kapitalismuskritiker als auch der von ihnen kritisierten Zielgruppe. Und wo es übermächtige Gewinner gibt, stehen stets die jeweiligen Verlierer im Schatten. Diese Verlierer, denen rein gar nichts zu gelingen scheint, stehen im Mittelpunkt der Einmann-Show „Showtime“ des Staatstheaters Darmstadt, die am […]

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Eine Ikone auf Zeitreise

Miguel de Cervantes´ Roman „Don Quichotte“ gilt als eines der bedeutendsten Werke der europäischen Literaturgeschichte. Cervantes parodierte dabei die damals vorherrschende nostalgische Verklärung des mittelalterlichen Ritterideals in der Gestalt des realitätsfremden Don Quichotte, der diese alten Zeiten wiederbeleben möchte und dabei von einer Peinlichkeit in die nächste gerät. Vor allem der berühmte Kampf gegen die […]

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Panther im Glaskäfig

„Ihr Blick ist vom Vorübergehn der Scheiben so müd geworden, dass er nichts mehr hält“ – die leicht abgewandelte erste Strophe aus Rilkes „Panther“ könnte als Motto über der Frankfurter Inszenierung von Ibsens „Hedda Gabler“ stehen. Mateja Koleznik, die im Schauspiel Frankfurt bereits „Yvonne, die Burgunderprinzessin“ inszeniert hat, geht jetzt noch weiter in die Vergangenheit […]

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Festival der billigen Lacher

Bereits die erste Szene spiegelt den Grundtenor dieser Neuinszenierung von Oscar Wildes Komödie „Bunbury“ wider: da stellt sich Béla Milan Uhrlau als Algernon vor den noch geschlossenen Vorhang und vertilgt mit wachsender Gier und sinkender Esskultur etwa fünf Sandwiches. Hier regiert der reine Slapstick ohne jeglichen Bezug zur Handlung oder gar Anspruch auf Hintergründigkeit und […]

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Spagat zwischen Original und Neudeutung

„König Lear“ ist eine der ergreifendsten und konsequentesten Tragödien Shakespeares, die man auf deutschen Bühnen leider zu selten sieht. Über Jahrzehnte haben es sich Regisseure zur Aufgabe gemacht, große Bühnenstoffe neu zu deuten und gegebenenfalls auch inhaltlich zu ändern, was immer wieder zu heftigen Diskussionen über Werktreue und Respekt gegenüber dem Original führte. Seit einiger […]

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Zwei archetypische Frauenschicksale

Fast ein Jahr musste diese Inszenierung wegen Corona auf ihre Aufführung warten, und in diesem Fall kann man sagen, dass diese lange Zeit den Spruch „Was lange währt, wird endlich gut“ vollständig rechtfertigt, wenn auch in diesem Falle wohl unfreiwillig. Das Programm besteht aus zwei Einaktern, die unterschiedlicher nicht sein könnten und dennoch ähnliche Themen […]

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Freiheit zuende gedacht

Die freie Selbstbestimmung des Menschen steht in der westlichen Kultur an vorderster Stelle, und das nicht nur in liberal-konservativen Kreisen, sondern vor allem bei der Linken (von der echten Rechten ganz abgesehen), wie man etwa an dem identitären Diskurs sieht. Ferdinand von Schirach, der sich seit einiger Zeit in Theaterstücken – etwa „Terror“ – aktuellen […]

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Hund wohin gehen wir

Jugend als Gefängnis

Eine Uraufführung reizt stets zu besonderen Inszenierungen, und sei es nur, um einem neuen Stück die höchst mögliche Aufmerksamkeit zu bieten. Am Staatstheater Darmstadt hat man diese Sonderstellung für Anne Leppers Stück „Hund wohin gehen wir“ mit zwei Maßnahmen erreicht: einerseits hat man die Aufführung in die städtische Kunsthalle verlegt, und andererseits spielt man die […]

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Ein Spiegelkabinett der Spielebenen

Shakespeares „Hamlet“ mit dem berühmten Dialog – „To be or not to be“ – dürfte eines der weltweit meistgespielten Stückes sein, und Generationen von Schauspielern haben sich diese Rolle für die eigene Karriere sehnlichst gewünscht. In den Kammerspielen des Staatstheaters Darmstadt ist jetzt eine ganz besondere Inszenierung dieses Paradestücks von dem dänischen Regisseur Tue Biering […]

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Zweiter Aufguss eines Renners

Plagiatsaffären sind seit einiger Zeit vor allem in Politikerkreisen „en vogue“. Man diskreditiert sich fröhlich mit entsprechenden Nachweisen in Doktor- und Diplomarbeiten. Doch auch im literarisch-künstlerischen Bereich feiert dieser Versuch der Trittbrettfahrerei auf vielfältige Weise seit eh und je fröhliche Urständ. Das trifft auch für Paul Abrahams Operette „Ball im Savoy“ aus dem Jahr 1931 […]

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