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Eine Fundgrube aktueller Assoziationen

Im Barock waren Opern mythischen Inhalts an der Tagesordnung, denn mit diesen Themen konnte man nicht nur den Wunsch des Publikums nach märchenhaften Sujets befriedigen, sondern vor allem „durch die Hintertür“ Kritik an aktuellen gesellschaftlichen Zuständen üben, ohne diese direkt anzusprechen. Es reichte, die antike oder gar mythische Umgebung der aktuellen Situation anzugleichen, so dass die […]

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Das Ensemble "Concerto Köln"

BaRockmusik einmal anders

Seit Beginn der Neuzeit haben sich Naturwissenschaft, Technik und auch die Kunst stetig weiterentwickelt. Kunst hat dabei erheblich von verbesserter Technik profitiert, sei es in Gestalt der Photographie und des Films oder in besseren Musikinstrumenten. Die Entwicklung letzterer hat wiederum zu reinerer und feinerer Intonation geführt. Darüber hinaus wuchs mit dem Entstehen der bürgerlichen Gesellschaft […]

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Gerhard Stadelmaier: „Umbruch“

Theaterfreunde kennen den Theaterkritiker Gerhard Stadelmaier als brillanten Analytiker des Bühnengeschehens, und Theatermitarbeiter haben ihn als kompromisslosen Kritiker fürchten gelernt, da er seine Ablehnung einer Inszenierung mit mehr als klaren Worten zu äußern pflegte. Spektakulärer Höhepunkt seines journalistischen Lebens war, wenn auch ohne sein Zutun, der Angriff eines Schauspielers während einer Aufführung auf ihn und sein Notizbuch. […]

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Eva Stachniak: „Die Schwester des Tänzers“

Vaclav Nijinsky, ein russischer Tänzer polnischer Herkunft, war der große Star des internationalen Balletts in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg. Etwas später erkrankte er nach einem Nervenzusammenbruch schwer und litt zwanzig Jahre lang an geistiger Zerrüttung. Erst im Alter von fünfzig Jahre erholte er sich wieder und lebte dann noch zehn Jahre. Nijinsky hatte […]

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Mortimer, Dr. Frankenstein und Jonathan

Arsen und Spitzenhäubchen am Kiez

Das Hambuger St. Pauli Theater präsentiert die mordlüsternen Tanten Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs ist New York noch eins mit sich, und der europäische Tumult beschäftigt wenn überhaupt nur die Zeitungen. Amerika ergötzt sich ein wenig an Charly Chaplins „Der Große Diktator“ – eine Hitlerparodie, die den Schrecken von Übersee in ein unpassendes Tütü zwängt. […]

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Variationen der menschlichen Oberfläche

Als Adam und Eva den Apfel gegessen hatten, wurden sie sich ihrer Nacktheit bewusst und schämten sich. Seitdem trägt der Mensch Kleidung – nicht zuletzt, um die Blößen zu  bedecken. Dabei gewinnt die Kleidung den Charakter einer zweiten Haut, die einerseits dem Statusgewinn dient, andererseits eine Schnittstelle zur Umwelt und damit zur Natur bildet. Die […]

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Julia Zange: „Realitätsgewitter“

Marla ist zum Studium von ihrem kleinen Dorf nach Berlin gezogen. Dort versucht sie, sich irgendwie über Wasser zu halten. Die Einsamkeit, die sie in eine unendliche Traurigkeit gestürzt hat, dringt förmlich durch die Buchseiten in die Seele des Lesers. Über das Internet sucht sie Kontakte, trifft sich mit Männern und Jungs, die sich ebenso […]

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Saphia Azzeddine: „Mein Vater ist Putzfrau“

Paul, vom Vater Polo genannt, ist Sohn einer Migrantenfamilie in Frankreich. Seine Mutter ist gelähmt und schaut den ganzen Tag fern oder spielt Sudoku. Den heimischen Herd hat Polos Vater „runter gesägt“, so dass die Mutter hin und wieder Crèpes backen oder die Lieblingsravioli aus der Dose aufwärmen kann. Der Vater und Ernährer der Familie […]

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Die Dirigentin Dalia Stasevska

Mit der Schreibmaschine ins Neue Jahr

Neujahrskonzerte sind überwiegend der beschwingten Unterhaltung und dem Humor in der Musik gewidmet und wollen den Zuhörern einen guten Start ins neue Jahr ermöglichen. In Wien hat sich sogar über Jahrzehnte das Ritual entwickelt, den stets am Schluss des Konzerts gespielten „Radetzky-Marsch“ begeistert mitzuklatschen. Das Staatstheater Darmstadt folgte diesem Brauch im Großen und Ganzen, nur […]

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Charles C. Mann: „Amerika vor Kolumbus“

Der Bevölkerung des amerikanischen Kontinents vor dessen Entdeckung durch Christoph Kolumbus eilt der Ruf voraus, quasi in paradiesischer Eintracht mit der Natur gelebt und diese nicht – wie die Europäer – unterworfen zu haben. Das gilt vor allem für die nordamerikanischen Indianer, die man nur als Jäger kannte, nicht aber als Landwirte. Dass Karl May […]

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