Mona Kloos, Christian Klischat, Béla Milan Uhrlau

Nur wer im Wohlstand lebt, liebt die Metapher

Romanbearbeitungen für die Bühne sind seit Jahren ein durchaus kontrovers diskutiertes Thema. In den meisten Fällen geht es dabei um berühmte Romane wie „Buddenbrooks“ oder „Madame Bovary“, weil man in diesen Fällen aufgrund des – zumindest bei dem typischen Theaterpublikum – hohen Bekanntheitsgrades über mehr Freiheiten bei der Umformung des Stoffes verfügt. Die Leute kennen die […]

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Lutz Wilhelm Kellerhoff: „Die Tote im Wannsee“

Der Kriminalroman von Lutz Wilhelm Kellerhoff führt uns ins Berlin der späten 60er Jahre. Die Stadt ist durch die Mauer, Wachtürme und Selbstschussanlagen in Ost- und Westsektor geteilt. Während im Osten der Stadt ein autoritäres System und dessen Sicherheitsdienst – die Stasi – den Menschen zu schaffen machen, herrscht im Westen Berlins – vor allem […]

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Christoph von Marschall: „Wir verstehen die Welt nicht mehr“

Seit einigen Jahren verfolgt Deutschland innerhalb und außerhalb der EU einen Weg, den es selbst als „alternativlos“ betrachtet, dem aber die Partner und Nachbarn offensichtlich nicht willig folgen wollen oder können. Ob es um die Sparpolitik in der Euro-Zone gegenüber Griechenland oder Italien, die Aufnahme von Flüchtlingen und Migranten, die gemeinsame Verteidigungspolitik oder das Verhältnis […]

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Die Sopranistin Anna Lucia Richter

Klangrausch, präzise

Im ersten Sinfoniekonzert des Staatstheaters Darmstadt stand Gustav Mahler im Mittelpunkt. Da sich seine 9. Sinfonie über die stattliche Dauer von achtzig Minuten erstreckt, blieb keine Zeit für ein gewichtiges Rahmenprogramm, schon gar nicht für das übliche Solokonzert. Man entschied sich daher, dem Monumentalwerk zwei kleinere Kompositionen voranzustellen, die jedoch durch ihren Vokalcharakter das übliche […]

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Die Wand aus dem Speisesaal der Bundesbank

Optische Täuschungen und Vexierspiele

Wer das berühmte Bild der surrealistisch sich endlos im Kreis drehenden Treppe von M.C. Escher kennt, wird sich in dieser Ausstellung daran erinnert fühlen. Victor Vasarely, der französische Maler ungarischer Abstammung, hat Zeit seines Lebens die Vieldeutigkeit geometrischer Formen in den Mittelpunkt seines Schaffens gestellt und dabei bewusst Werke geschaffen, die den Betrachter verwirren und […]

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Christoph Niemann: „Wörter“

Christoph Niemann hat sich der Wörter angenommen und ein packendes Wörterbuch mit 300 Wörtern verfasst. Wörter wie „zwischen“, „miteinander“, „Schein“, „Stadt“, „Land“, „später“, „aber“, „nie“, um nur einige zu nennen. Sie werden als einzelne Gebilde wahrgenommen. Der Kontext entsteht durch prägnante Zeichnungen, die das Wort begleiten, erklären, interpretieren, ihm Bedeutung verleihen. Es ist ein herrliches […]

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Anselm Grün: „Engel – 50 himmlische Begegnungen“

Engel haben die menschen schon immer fasziniert. Engel beschützen, richten auf, umfangen mit ihren gewaltigen Flügeln. In der Bibel ist häufig von Engeln die Rede – als Verkünder, Helfer und Retter aus der Not. Auch auf Künstler haben Engel schon immer eingewirkt, denn es gibt viele Darstellungen der Himmelsboten in der Kunst. Anselm Grün berichtet […]

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Barbara Kindermann: „Wilhelm Tell“ und „Schimmelreiter“

Barbara Kindermann erzählt die Geschichte von Wilhelm Tell frei nach Friedrich Schiller. Sie hat eine gut lesbare Sprache gefunden, die das Wesentliche der Handlung auf den Punkt bringt. Der Text ist nicht zu umfangreich und von Klaus Ensikat sehr anschaulich bebildert, so dass sich Kinder ab der vierten Grundschulklasse schon alleine an die Erzählung wagen […]

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„Ein Nilpferd steckt im Leuchtturm fest“

Sprachwitz und humorvolle Illustrationen zeichnen dieses Kinder- und Erwachsenenbuch aus. Ein Gute-Laune-Buch, das man amüsiert durchliest. Kinder lachen schallend, wenn ein Vogelei vom Himmel in den Haferbrei plumpst oder wenn das Lama genussvoll das gaffende Publikum bespuckt. Auch die Fußball spielenden Regenwürmer kommen gut an. Hier liest und hört man, wie Sprache mit den Wörtern spielt, […]

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Andreas Platthaus (l.) und Gert Loschütz.

© RLF / Ansgar Klostermann

Die Teilung Deutschlands als private Bruchstelle

Nach dem Festival ist vor dem Festival! Kaum ist das Rheingau Musik Festival Anfang September zu Ende gegangen, schließt sich gleich sein literarischer Bruder an, das Rheingau Literatur Festival. Nur zehn Tage dauernd, ist es tatsächlich ein ziemlich kleiner, wenn auch feiner Bruder, und bietet eine Reihe von Lesungen von Schriftstellern aus ihren aktuellen Romanen. […]

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