Straßentheater im Abonnementsambiente

Die neue Schauspieltruppe des Staatstheaters Darmstadt bringt William Shakespeares “Der Kaufmann von Venedig”. Schon die erste Szene dieser Inszenierung zeigt, wohin die Reise geht. Eine Truppe fahrenden Volkes in Kostümen der elisabethanischen Ära stolpert die Seitengänge des Zuschauerraumes hinab und entfaltet unten ein Plakat “Othello – der Mohr von Venedig”. Erst auf Vorhaltungen eines der […]

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Choreographie von Hybris und Untergang

Das Staatstheater Darmstadt präsentiert Verdis “Macbeth”. Was hat Odysseus mit Macbeth zu tun? Die Frage scheint weit hergeholt, leitet sich jedoch aus dem engen zeitlichen Abstand zweier Premieren ab:  Monteverdis “Il ritorno d´Ulisse in patria” am 25. und “Macbeth” am 17. September auf der selben Bühne. Odysseus irrt zwanzig jahre lang am Rande des Wahnsinns […]

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Opernstart mit Symbolcharakter

Das Staatstheater Darmstadt beginnt die Opernära unter dem neuen Intendanten mit Luigi Nono und Claudio Monteverdi. Zum Auftakt der neuen Saison des Staatstheaters setzte Karsten Wiegand, der neue Intendant, am 25. September deutliche Zeichen mit Symbolcharakter. Die Tatsache, dass sowohl die Oper als auch das Schauspiel ihre erste Premiere am selben Tag gaben, erschien à priori […]

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Peter Sloterdijk: “Die schrecklichen Kinder der Neuzeit”

Eine umfassende Analyse der letzten 2000 Jahre aus der Perspektive der Genealogie. Man kann die menschliche Geschichte aus vielen Perspektiven beleuchten: der Religion, der Sexualität, der Aggression oder der Ökonomie.  Zu jeder dieser Sichtweiten gibt es eine umfassende Literatur, so etwa die Bibel oder “Das Kapital”. Der Karlsruher Philosoph Peter Sloterdijk hat sich der menschlichen […]

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Philipp Blom: “Böse Philosophen”

Eine Rehabilitation der radikalen Aufklärer des 18. Jahrhunderts. Wer heute den Begriff “Aufklärung” hört, denkt meist spontan an Voltaire, Rousseau und vielleicht auch noch an Kant und seine “selbstverschuldete Unmündigkeit” des Menschen. Denis Diderot dagegen ist den meisten – auch philosophisch Interessierten – nur als Verfasser der berühmten “Enzyklopädie” bekannt, also eher als intellektueller Wissenssammler und […]

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Renata Salecl: “Die Tyrannei der Freiheit”

Ein kritische Auseinandersetzung mit der Optionsvielfalt des heutigen Menschen. Einleitungen von Fachbüchern haben sich zu einem eigenen Genre entwickelt. Offensichtlich haben die Verlage gemerkt – oder befürchten-, dass viele Leser ein Buch nur diagonal lesen, um sich einen schnellen Überblick zu verschaffen. Um diesem Phänomen gerecht zu werden und grundlegende Missverständnis wegen unvollständiger Lektüre zu […]

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​Klagende Klarinetten und heldische Hörner

Beim Rheingau Musik Festival spielt die Berliner Staatskapelle Schubert und Strauss​ ​ Gegen Ende des Festivals gab sich noch einmal ein Großer des deutschen und internationalen Musiklebens die Ehre: Daniel Barenboim kam mit seiner Berliner Staatskapelle, die er als “Dirigent auf Lebenszeit” leitet, nach Wiesbaden, um dort Franz Schuberts “Achte”, die eigentlich die siebente ist, […]

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Einblick in einen Arztroman

Am 4. September war der Schriftsteller Kristof Magnusson Gast bei der Darmstädter “Literaturinitiative” im Künstlerkeller des Darmstädter Schlosses. Sein Ruf aus dem Roman “Das war ich nicht” war ihm offensichtlich vorausgeeilt, denn der Kellerclub war gegen 20 Uhr bis auf den letzten Platz gefüllt, und nach einigen Werkeleien an Mikrofon und Lautsprechern konnte die Lesung […]

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Bernhard Schlink: “Die Frau auf der Treppe”

Ein Roman über Sehnsucht, Besitz und Verlust Auf einem Bild schreitet eine nackte Frau eine Treppe hinab. Was verbirgt sich hinter ihrer Persönlichkeit? Warum ist sie unbekleidet? Was hat sie vor? Warum hat der Maler Karl Schwind gerade dieses Motiv gewählt? Ist die dargestellte Irene seine Muse, seine Geliebte, seine Angebetete? Bernhard Schlinks Roman wirft viele […]

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Der schmale Grat zwischen Genie und Wahnsinn

Das Berliner Varieté “Wintergarten” nähert sich dem Irrenhaus aus einer ganz anderen Richtung. Die besseren Varieté-Programme versuchen, ihren Programmen einen “roten Faden” mitzugeben, sozusagen eine Geschichte, die gemeinschaftlich erzählt wird. Dabei ergibt sich diese Geschichte meist mehr aus den Ähnlichkeiten der einzelnen Nummern. Nur selten gelingt es, eine Geschichte vorzugeben und diese konsequent in den […]

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