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Miika Nousiainen: „Die Wurzel alles Guten“

Pekkas Vater ist verschwunden. Die einzige Hinterlassenschaft ist der Satz „Eine Axt haben und schneller sein, das ist bei einer Schlägerei die halbe Miete“.Von der Mutter erfährt Pekka nicht viel über seinen Vater. Sie ist enttäuscht, dass er sie und das Kind verlassen hat, und bezeichnet ihn als elenden Feigling. Doch in dem mittlerweile erwachsenen […]

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Perkussionist Simone Rubino

Die Weltgeschichte auf dem Schlagzeug

Im 3. Sinfoniekonzert des Staatstheaters Darmstadt stand die Komposition „Frozen in Time“ des 1975 geborenen Israelis und Wahl-Amerikaners Avner Dorman im Mittelpunkt. Das für eine breite Perkussionspalette geschriebene Werk füllte nicht nur den zentralen Platz des Solokonzerts aus, sondern stand auch von seiner Bedeutung und Wirkung eindeutig im Mittelpunkt des Programms und erfüllte damit die […]

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Peter Sloterdijk: „Nach Gott“

Peter Sloterdijk ist in gewisser Weise das „enfant terrible“ der aktuellen intellektuellen und philosophischen Szene, da er sich in kein Raster einordnen lässt und keiner Ideologie anhängt. Nachdem ihn die Linken wegen seiner endgültigen geschichtsphilosophischen Absage an sie zur „persona non grata“ erklärt haben – einschließlich der „Ächtung“ seines Namens -, dürfte er spätestens nach […]

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Die Kopie des Altarretabels. Rechts der Schächer dieser Ausstellung

Der Schächer von Flémalle

Der „Meister von Flémalle“ ist ein von der Kunstgeschichte bewusst gewähltes Pseudonym für eine Künstlerwerkstatt aus dem 15. Jahrhundert, deren Mitglieder im Dunkel der Geschichte bleiben. Man kann dieser Werkstatt jedoch hochkarätige Kunstwerke zuschreiben. Eines davon ist das Tryptichon „Kreuzabnahme Christi“, das leider den Bilderstürmern des frühen 16. Jahrhunderts zum Opfer fiel. Nur ein Flügel […]

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Christoph Bornmüller, Daniel Scholz

Viel Lärm um nichts

Die positiven Seiten dieser Neuinszenierung am Staatstheater Darmstadt zuerst: die Darsteller sind hoch motiviert und spielen all ihr Können aus, um dieser Inszenierung von George Feydeaus Komödie „Ein Klotz am Bein“ (Originaltitel „Un fil à la patte“), Tempo und Witz zu verleihen. Zum Teil gelingt ihnen das wegen ihres individuellen Könnens auch, doch jede Schauspielkunst […]

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Amélie Nothomb: „Töte mich“

Der antike Mythos der Atriden um Agamemnon, Klytemnestra, Orest, Electra und Iphigenie beschreibt existenzielle menschliche Grenzsituationen wie Kinder-, Gatten- und Muttermord, jeweils aus schicksalhaften Motiven.  Die Tragödie beginnt damit, dass Agamemnon seine eigene Tochter Iphigenie für guten Wind nach Troja opfern muss…. Amélie Nothomb greift diesen Mythos auf und verwandelt ihn in eine zeitgenössische Familiengeschichte. […]

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Ein Artefakt der Ausstellung

Kunst mit galaktischem Flair

Die „Lokale Gruppe“ ist in der Astronomie ein feststehender Begriff und bezeichnet eine Ansammlung von Galaxien, zu der auch unsere „Milchstraße“ gehört und die sich über fünf bis acht Millionen Lichtjahre erstreckt. Da liegt es natürlich nahe, diesen Begriff auch für eine Kunstausstellung zu wählen, die sich mit der lokalen Kunst beschäftigt, die in der „Darmstädter […]

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Schünemann & Volic: „Maiglöckchenweiß“

Der Roman von Christian Schünemann und Jelena Volic spielt in Serbiens Hauptstadt Belgrad. Am Abend des 18. Oktober 1998 wurde dort der zehnjährige Roma-Junge Dusan von zwei Jugendlichen verprügelt und schließlich totgeschlagen. Einige Jahre später, am 12. März 2003, wurde der serbische Ministerpräsident aus dem Hinterhalt durch Schüsse in Bauch und Rücken ermordet. Beide Verbrechen […]

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Ensemble

Bocksgesang mit abschwellendem Publikum

Albert Camus ist für seine an der Grenze der Absurdität agierenden und existenzielle Situationen behandelnden Werke bekannt. Das Theaterstück „Caligula“ wird entgegen Camus´eigenen Aussagen oft als philosophisches Werk oder auch als Antwort auf Hitler (und Stalin) betrachtet. Doch für ersteren kam es 1938 zu früh, da Hitler zu diesem Zeitpunkt sich noch nicht zum mörderischen […]

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Wolfgang Vogler, Michael Schütz, Paula Hans, Max Simonischek, Christoph Pütthoff, Olivia Grigolli, Thesele Kemane

Winterliche Flucht im Gewand der griechischen Tragödie

Die Koinzidenz der Spielpläne will es, dass das Thema Flucht im weitesten und engsten Sinne sowohl im Hessischen Staatsballett als auch im Schauspiel Frankfurt gleichzeitig mit Franz Schuberts „Winterreise“ assoziiert wird. Während in Wiesbaden Schuberts Liederzyklus der Choreographie Titel und Thema verleiht, begleiten auserwählte Lieder des düsteren Zyklus´ in Frankfurt die Flucht des Georg Heisler […]

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