Archive | Theater

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Im Himmel wird Bossa getanzt

Die große Kunst des Tanztheaters – und des herkömmlichen Balletts – besteht darin, Geschichten zu erzählen, ohne dabei die menschliche Stimme zu verwenden. Allein die Körpersprache soll sowohl Handlungselemente als auch – und vor allem – die Gefühle der Personen überzeugend zum Ausdruck bringen. Je handlungsreicher ein Stück ist, desto einfacher wird es, je mehr […]

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Ein Klassiker, der nicht altert

Die Darstellung des Theateralltags auf dem Theater ist ein beliebtes Sujet, da es sowohl Selbstbespiegelung als auch Selbstreflexion ermöglicht. Darüber bietet die immanente Selbstreferentialität ein fast unbegrenztes Witzpotential. Der geniale – man muss diesen Begriff hier wohl verwenden – Musical- und Liedkomponist Cole Porter hat dieses Prinzip natürlich erkannt und sein Musical „Kiss me, Kate“ […]

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Der diskrete Charme koreanischer Kritik

Der zweite Abend des südkoreanischen Tanz-Gastspiels bestand aus einer einzigen, nahezu eineinhalbstündigen Choreografie mit dem Titel „Let me change your name“. Die Choreografin Eun-Me Ahn tanzte dabei selbst als Mitglied einer siebenköpfigen Truppe (vier Tänzerinnen, drei Tänzer). Der Titel erwies sich mit zunehmender Dauer der Aufführung tatsächlich als ein treffendes Motto: es geht um die […]

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"Tail Language"

Die Nähe des Fremden im Tanz

Fernöstliche Kultur – speziell Musik und Theater – stellen für viele Europäer immer noch ein Rätsel dar. Das liegt mit Sicherheit auch an der Sprachbarriere, da asiatische Sprachen in Europa (noch) nicht zum Bildungskanon gehören. Damit entfällt der spontane Zugang zu allen sprachlastigen Kulturausprägungen, und auch die erklärungsbedürftigen wie Musik sind zu einem gewissen teil […]

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Entgrenzte Tagträume

Ibsens 1867 entstandenes dramatisches Gedicht war ursprünglich gar nicht für die Bühne gedacht. Allein die Versform war zu diesem Zeitpunkt bereits ein Hindernis für eine Bühnenkarriere. Dass es dennoch zu einem Repertoirestück wurde, ist wohl seinem „faustischen“ Charakter zu verdanken. Für viele Regisseure ist diese weit ausgreifende Welt-Sinn-Suche zu verlockend für eine Interpretation auf der […]

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Wiederbelebung eines Klassikers

Das Regietheater sieht sich oft mit dem Vorwurf konfrontiert, auf Werktreue nicht viel zu geben und die Bühnen-Klassiker nur als „Steinbruch“ für eigen(willig)e Neuinszenierungen zu nutzen. Ein wenig trifft dies auch auf Ewald Palmetshofers Version von Gerhart Hauptmanns Drama „Vor Sonnenaufgang“ zu, das im „Schauspiel Frankfurt“ jetzt Premiere feierte. Zwar entgeht Regisseur Roger Vontobel dem […]

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Gnadenloser Kampf ums Dasein

Herman Melvilles Roman „Moby Dick“ gilt als einer der bedeutendsten Romane der Weltliteratur. Seine Bedeutung beruht auf der einzigartigen Verbindung einer packenden Geschichte über das Schicksals eines Walfangschiffes und seiner Besatzung mit einer existenziellen, jedoch nie aufdringlichen Symbolik. Letztere beginnt bereits mit den Namen der Hauptpersonen: Ismael – der Erzähler – war der älteste Sohn […]

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Momo auf der Bühne

Momo, ein junges Mädchen, lebt in einem antiken Amphitheater irgendwo in Italien. Sie weiß nicht, wann und wo sie geboren wurde. Momo ist alleine auf der Welt und hat es sich dort in einer Art Höhle gemütlich eingerichtet. Das alte Theater ist gleichzeitig Treffpunkt von Momos diversen Freunden. Sie quatschen miteinander und haben zusammen Spaß, […]

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Der Körper als Gefängnis

Maura Morales war zwei Jahre lang Mitglied des Darmstädter Tanztheaters. Mittlerweile ist sie zur – selbst tanzenden – Choreographin avanciert und hat die „Cooperativa Maura Morales“ gegründet, mit der sie tänzerische Gastspiele an verschiedenen Orten gibt. In diesem Rahmen ist sie mit ihrer Choreographie „Exceso de la nada“ („Überfluss des Nichts“) für zwei Aufführungen an […]

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Hänsel und Gretel im Wald

Hänsel und Gretel als Produkt von Brüderchen und Schwesterchen

Das Landestheater Detmold präsentiert die Märchenoper von Engelbert Humperdinck und Adelheid Wette. Wer glaubt, er oder sie kenne das eine Libretto von Hänsel und Gretel, wird schon bald eines Besseren belehrt. Wo das Grimmsche Original, namentlich „Brüderchen und Schwesterchen“, noch von der wirklich bösen Mutter spricht, die ihre Kinder mutwillig im Wald aussetzt, sieht das […]

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