Archive | Theater

Deniz Yilmaz, Statisterie

Das Hohelied von Lust, Liebe und Erlösung

Diese Rezension kann nur einen Teileindruck der Darmstädter Inszenierung von Richard Wagners „Tannhäuser“ liefern, da der Rezensent aufgrund eines Irrtums über den Beginn nur einen Teil der Aufführung sehen konnte. Diese eingeschränkte Präsenz reichte jedoch bereits, um einen Eindruck von dieser Inszenierung zu gewinnen, verdichten sich doch gerade zum Schluss hin alle Elemente und führen zu einem […]

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Miyuki Shimizu, Igli Mezini, Ensemble Hessisches Staatsballett

Tanz mit Tempo, Witz und viel Temperament

William Shakespeares Komödie „Ein Sommernachtstraum“ kennt man als Schauspiel und Oper, etwa von Purcell und Britten. Doch schon im 18. Jahrhundert gab es opulente Ballettinszenierungen, die später aus Gründen der Authentizität wieder etwas an Bedeutung verloren. Nun hat sich das Hessische Staatsballett unter der Leitung von Tim Plegge dieses Stoffs angenommen und daraus eine Art […]

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Katharina Persicke, Mickael Spadaccini, Opernchor

Dramatische Dichte im Graben und auf der Bühne

Der tschechische Komponist Leoš Janácek entnahm das Libretto seiner Oper „Jenufa“ einem sozialen Drama der Schriftstellerin Gabriela Preissova, in dem diese in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts die geistig-moralische Enge mährischer Dörfer beschrieb. Das Stück ist in seiner Direktheit und Kompromisslosigkeit geradezu verstörend: die junge Jenufa steht zwischen den Männern Stewa und Laca. Sie liebt […]

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Michael Mendl, Heikko Deutschmann, Christian Schmidt, Judy Winter (v.l.n.r.); Foto Oliver Fantitsch

„Haus auf dem Land“ – Ein Bienennest der Schauspieler

Das St. Pauli Theater präsentiert ein Drama voller Verlangen, Liebe und Eitelkeiten Der Aufsatz klingt vielversprechend. Eine Schauspielerfamilie zieht sich auf Ihren Landsitz zurück – nicht zuletzt um der Tochter zu gedenken, die bereits in der Mitte ihres Lebens das Diesseits viel zu früh verlassen musste. Doch ihr Mann, der Schwiegersohn, kommt nach kaum einem […]

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Tilo Werner und Ensemble

Ein Leben aus der Perspektive des Opfers

Hans Falladas Roman „Wer einmal aus dem Blechnapf frisst“ beschreibt den unaufhaltsamen Niedergang des Willi Kufalt, der nach einer fünfjährigen Haftstrafe wegen Betrugs einen heiligen Eid schwört, künftig ein Leben in Recht und Ordnung zu führen. Er lehnt das Angebot des – bereits erfahrenen – Mithäftlings Batzke ab, mit ihm ein „todsicheres Ding zu drehen“, […]

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Die Pokerrunde. V.l.n.r.: Christian Klischat, Robert Lang, Florian Federl, Hans Weicker, Aart Veder, Stefan Schuster

Zickenkrieg unter Männern

Das ursprünglich für das Theater geschriebene Stück „Ein seltsames Paar“ des amerikanischen Autors Neil Simon ist erst über den Film richtig berühmt geworden. Jack Lemmon und Walter Mattau haben den beiden schrägen Figuren im Jahre 1968 im gleichnamigen Film ein wahrhaft unvergessliches Denkmal gesetzt. Mit diesem Bekanntheitsgrad hat es seinen Weg zurück auf die Bühne […]

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Altro Canto, Foto: Yan Revazov

Unter dem Zauber des Lichts – zwei französische Ballette

Das Staatsballett Berlin präsentiert Maillot sowie Millepied in der Deutschen Oper Berlin Die Einführung zu den Balletten von Maillot und Millepied lässt uns zwei sehr verschiedenen Ballettinszenierungen entgegenblicken. Maillot bringt mit Altro Canto eine Choreographie auf die Bühne, die die Vereinigung von Gegensätzen repräsentiere. Zu einer barocken Musikfolge, welche maßgeblich auf Werke des Komponisten Monteverdi […]

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Der Himmel senkt sich hinab

Protokoll eines angekündigten Niedergangs

Der französische Autor Michel Houellebecq hat in der Vergangenheit durch radikale Romane – etwa „Elementarteilchen“ – viel Aufsehen und intensive Diskussionen ausgelöst. Der letzte Roman „Unterwerfung“ bildet dabei in gewissem Sinn den Höhepunkt, denn in ihm greift Houellebecq nicht nur die allgemeine gesellschaftliche Situation, speziell Sexualität und Vereinsamung, auf, sondern stellt ein ganz aktuelles und […]

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Ensemble

Blutiger Mythos im Rückwärtsgang

Die „Orestie“ des antiken Tragödienschreibers Aischylos ist den meisten Lesern nur als Abfolge blutiger Familienmorde bekannt. Agamemnon opfert seine Tochter Iphigenie für besseren Wind nach Troja und wird dafür nach seiner Rückkehr von seiner Frau Klytemnestra und deren Geliebten Aigisth ermordet. Daraufhin schwören die Kinder Elektra und Orest, angefeuert von Apoll und den Erynnien, Rache, […]

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Katharina Persicke, Chor

Mehr Gounod als Goethe

Wenn eine Oper auf der Basis von Goethes „Faust“ auf dem Programm steht, stellen sich in deutschen Köpfen zwangsläufig vielfältige Assoziationen ein, die nur zu einem Teil die Begriffe Liebe, Treue und Untreue beinhalten. Zu viele geistesgeschichtliche und existenzielle Fragen knüpfen sich an dieses deutscheste aller Dramen, die „Inkarnation“ deutschen Denkens, Grübelns und Drängens, als dass man […]

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