Archive | Literatur

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Bernhard Schlink: „Olga“

Olga hatte sich an die lange Abwesenheit ihres Geliebten Herbert gewöhnt. Sie spürte keine Zäsur, dass es nun doch zu lang, zu unerträglich wurde. Angesichts der vielen Toten des Ersten Weltkriegs in Frankreich hatte sie sich langsam an den Gedanken gewöhnt, dass Herbert gefallen sein könnte. Ständig gab es Nachrichten von gefallenen Soldaten, und Olga […]

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Chris Kraus: „Das kalte Blut“

Aus welcher Perspektive schreibt man einen Roman über das Dritte Reich? Am einfachsten aus der Sicht der Opfer, da man hier nie falsch liegen kann und sowohl Mitleid als auch gerechte Empörung wecken kann. Dagegen ist die Täter-Perspektive wesentlich gefährlicher, weil sich der Autor der Gefahr aussetzt, seine Täter psychologisch zu hinterfragen und dabei zwangsläufig […]

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1801_meeresroman

Petri Tamminen: „Meeresroman“

Im Finnland des mittleren 19. Jahrhundert – auf genaue Jahreszahlen verzichtet der Autor bewusst – wächst Vilhelm Huurna  als Sohn eines einfachen Fischers auf. Schon als Kind erleidet er bei der Überführung eines kleinen Segelbootes einen fast tödlichen Schiffbruch. Die ländliche Einsamkeit und die schlichte gesellschaftliche Situation wecken in ihm keinerlei Ehrgeiz, und so verläuft […]

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Matthew Weiner: „Alles über Heather“

Mark und Karen Breakstone sind schon um die vierzig, als sie sich kennen lernen. Eine Freundin Karens hat die beiden zusammengebracht und dank ihrer eigenen Lebenserfahrung für Karen einen Mann ausgesucht, der eines Tages reich sein würde. Erst dieses Argument macht den Mann für Karen interessant, denn eigentlich hatte sie mit dem Thema einer festen […]

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Viktorija Tokarjewa: „Meine Männer“

„Meine Männer“ ist eine leichtfüßig geschriebene Lektüre mit Tiefgang über die Männer, die das Leben der Autorin Viktorija Tokarjewa geprägt und ihre schriftstellerische Karriere gefördert haben. Es ist aber auch ein zutiefst russisches Buch, das deutsche Leserinnen immer wieder verblüfft. Viktorija ging in die Schule „104“. Schon das wirkt lieblos-anonym und identitätslos. Sie findet schnell […]

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Miika Nousiainen: „Die Wurzel alles Guten“

Pekkas Vater ist verschwunden. Die einzige Hinterlassenschaft ist der Satz „Eine Axt haben und schneller sein, das ist bei einer Schlägerei die halbe Miete“.Von der Mutter erfährt Pekka nicht viel über seinen Vater. Sie ist enttäuscht, dass er sie und das Kind verlassen hat, und bezeichnet ihn als elenden Feigling. Doch in dem mittlerweile erwachsenen […]

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Schünemann & Volic: „Maiglöckchenweiß“

Der Roman von Christian Schünemann und Jelena Volic spielt in Serbiens Hauptstadt Belgrad. Am Abend des 18. Oktober 1998 wurde dort der zehnjährige Roma-Junge Dusan von zwei Jugendlichen verprügelt und schließlich totgeschlagen. Einige Jahre später, am 12. März 2003, wurde der serbische Ministerpräsident aus dem Hinterhalt durch Schüsse in Bauch und Rücken ermordet. Beide Verbrechen […]

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Ingo Schulze: „Peter Holtz“

Peter Holtz ist ein Heimkind der DDR und liebt den Sozialismus, denn er eröffnet ihm wunderbare Möglichkeiten. So lässt es sich der Zehnjährige in einer HO-Gaststätte bei Eisbein und Fassbrause munden und verweigert die Bezahlung, da die sozialistische Gemeinschaft ja nach eigenen Angaben für das Wohlergehen ihrer Bürger verantwortlich sei. Der sozialistische Staat müsse daher […]

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Stefan Hertmans: „Die Fremde“

Stefan Hertmans´ Roman verknüpft eine Liebesgeschichte aus der Ritterzeit im 11. Jahrhundert mit einer Spurensuche aus heutiger Sicht. Es geht um die Flucht der jungen Vigdis, einer Wikingertochter mit vornehmer Herkunft, die sich in den Sohn eines Rabbis verliebt und von ihm schwanger wird. Da ihre Familie dieser Verbindung niemals zustimmen würde, bleibt ihr nur […]

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