Archive | Literatur

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Imre Kertész: „Der Betrachter“

Der ungarische Schriftsteller Imre Kertéz kam 1929 als Sohn jüdischer Eltern zur Welt und wurde während des Krieges erst nach Auschwitz und dann nach Buchenwald deportiert, wo er im April 1945 befreit wurde. Anschließend lebte er bis zur Wende 1989 in Budapest, fühlte sich aber diesem Land nie zugehörig, da die Bevölkerung die Deportation der Juden weitgehend […]

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Martin Walser: „Statt etwas oder Der letzte Rank“

Jemand musste Martin W. verleumdet haben, denn ohne, dass er etwas Böses getan hätte, wurde er beobachtet……. So könnte dieses Buch auch beginnen, denn es geht in ihm um eine als unerträglich empfundene permanente Beobachtung, Benotung und Verurteilung eines Individuums – des Ich-Erzählers – durch eine wie bei Franz Kafka unangreifbare Gesellschaft. Martin Walser hat in […]

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Paul Auster: „4 3 2 1“

In unserer schnelllebigen Zeit der Kurznachrichten wirkt Paul Austers neuer Roman „4 3 2 1“ mit seinen 1.258 Seiten papier- und wortmächtig, fast so, als wolle er den Leser erschlagen. Allein das Gewicht des Buches lässt sich nicht so ohne weiteres handhaben. Man braucht eine stabile Ablage und sehr viel Zeit. Das sind die ersten […]

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Gerhard Stadelmaier: „Umbruch“

Theaterfreunde kennen den Theaterkritiker Gerhard Stadelmaier als brillanten Analytiker des Bühnengeschehens, und Theatermitarbeiter haben ihn als kompromisslosen Kritiker fürchten gelernt, da er seine Ablehnung einer Inszenierung mit mehr als klaren Worten zu äußern pflegte. Spektakulärer Höhepunkt seines journalistischen Lebens war, wenn auch ohne sein Zutun, der Angriff eines Schauspielers während einer Aufführung auf ihn und sein Notizbuch. […]

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Julia Zange: „Realitätsgewitter“

Marla ist zum Studium von ihrem kleinen Dorf nach Berlin gezogen. Dort versucht sie, sich irgendwie über Wasser zu halten. Die Einsamkeit, die sie in eine unendliche Traurigkeit gestürzt hat, dringt förmlich durch die Buchseiten in die Seele des Lesers. Über das Internet sucht sie Kontakte, trifft sich mit Männern und Jungs, die sich ebenso […]

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Saphia Azzeddine: „Bilqiss“

Die junge Bilqiss lebt in einem nicht näher identifizierten muslimischen Land und ist zum Tode durch Steinigung verurteilt worden. In einer spontanen Handlung hat sie es gewagt, vom Minarett den „Adhan“, den muslimischen Gebetsruf, zu verkünden. Dabei hat sie jedoch nicht den üblichen Text verwendet, sondern den Gläubigen zugerufen, dass Allah auch denen verzeiht, die […]

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Nikos Kazantzakis: „Im Palast von Knossos“

Der Mythos besagt, dass dem Palast von Knossos auf Kreta ein Labyrinth angeschlossen war, in dem der Minotauros hauste, ein Wesen, das halb Mensch, halb Stier war. Diesem fürchterlichen Ungeheuer mussten jedes Jahr die sieben schönsten Jungfrauen und die sieben besten Jünglinge aus Athen geopfert werden, denn Athen hatte den Krieg gegen Knossos verloren. Der […]

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Ian McEwan: „Nussschale“

Im Mutterleib wächst ein kleines Wesen heran. Wir wissen heute, dass Embryos schon Geräusche hören und Stimmungen aufnehmen können. „Wie eine hoch empfindliche Radioantenne empfängt die Plazenta Signale“, die sich auf den Fötus übertragen. Auf dieser Basis – also aus der Perspektive eines ungeborenen Embryos – hat Ian McEwan seinen Roman „Nussschale“ aufgebaut. Das ist […]

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Mario Vargas Llosa: „Die Enthüllung“

Llosas Roman spielt in Peru und beginnt mit einer erotischen Szene zwischen zwei Frauen. Chabela und Marisa sind verheiratet und praktizieren die gleichgeschlechtliche Liebe zum ersten Mal. Für beide ist es ein großartiges Erlebnis, das sie auf jeden Fall wiederholen wollen. Marisas Ehemann Enrique ist ein angesehener Geschäftsmann und wird eines Tages von dem Journalisten […]

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