Archive | Literatur

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Nicole Krauss: „Waldes Dunkel“

Nicole Krauss stellt ihrem Roman ein Kafka-Zitat voran, das auf die Vertreibung aus dem Paradies verweist: „Es ist also zwar die Vertreibung aus dem Paradies endgültig, das Leben in der Welt unausweichlich, die Ewigkeit des Vorgangs aber macht es trotzdem möglich, dass wir nicht dauernd im Paradies bleiben könnten, sondern tatsächlich dauernd dort sind, gleichgültig […]

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Fuminori Nakamura: „Die Maske“

Fumihiro Kuki hat im Alter von knapp vierzehn Jahren seinen Vater getötet. Er wollte damit seine Adoptivschwester retten, die sein grausamer Vater bedrängt und bedroht hatte. Der Vater war das personifizierte Böse. Er wollte den eigenen Sohn zu einem Geschwür für die Welt formen. Diesem Schicksal konnte Fumihiro zwar durch den Vatermord entgehen, dafür hat […]

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Ayelet Gundar-Goshen: „Lügnerin“

Die Oberstufenschülerin Nuphar Schalev arbeitet während der Schulferien in einer Eisdiele. Neben dem Verdienst hatte sie auch ein wenig darauf gehofft, auf jemanden zu treffen, der sich für sie interessiert, denn sie hat das Gefühl, die letzte verbliebene Jungfrau in ihrer Klasse zu sein. Wenn im nächsten Sommer die Felder eine gelbe Farbe annähmen, wäre […]

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Bernhard Schlink: „Olga“

Olga hatte sich an die lange Abwesenheit ihres Geliebten Herbert gewöhnt. Sie spürte keine Zäsur, dass es nun doch zu lang, zu unerträglich wurde. Angesichts der vielen Toten des Ersten Weltkriegs in Frankreich hatte sie sich langsam an den Gedanken gewöhnt, dass Herbert gefallen sein könnte. Ständig gab es Nachrichten von gefallenen Soldaten, und Olga […]

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Chris Kraus: „Das kalte Blut“

Aus welcher Perspektive schreibt man einen Roman über das Dritte Reich? Am einfachsten aus der Sicht der Opfer, da man hier nie falsch liegen kann und sowohl Mitleid als auch gerechte Empörung wecken kann. Dagegen ist die Täter-Perspektive wesentlich gefährlicher, weil sich der Autor der Gefahr aussetzt, seine Täter psychologisch zu hinterfragen und dabei zwangsläufig […]

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Petri Tamminen: „Meeresroman“

Im Finnland des mittleren 19. Jahrhundert – auf genaue Jahreszahlen verzichtet der Autor bewusst – wächst Vilhelm Huurna  als Sohn eines einfachen Fischers auf. Schon als Kind erleidet er bei der Überführung eines kleinen Segelbootes einen fast tödlichen Schiffbruch. Die ländliche Einsamkeit und die schlichte gesellschaftliche Situation wecken in ihm keinerlei Ehrgeiz, und so verläuft […]

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Matthew Weiner: „Alles über Heather“

Mark und Karen Breakstone sind schon um die vierzig, als sie sich kennen lernen. Eine Freundin Karens hat die beiden zusammengebracht und dank ihrer eigenen Lebenserfahrung für Karen einen Mann ausgesucht, der eines Tages reich sein würde. Erst dieses Argument macht den Mann für Karen interessant, denn eigentlich hatte sie mit dem Thema einer festen […]

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Viktorija Tokarjewa: „Meine Männer“

„Meine Männer“ ist eine leichtfüßig geschriebene Lektüre mit Tiefgang über die Männer, die das Leben der Autorin Viktorija Tokarjewa geprägt und ihre schriftstellerische Karriere gefördert haben. Es ist aber auch ein zutiefst russisches Buch, das deutsche Leserinnen immer wieder verblüfft. Viktorija ging in die Schule „104“. Schon das wirkt lieblos-anonym und identitätslos. Sie findet schnell […]

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Miika Nousiainen: „Die Wurzel alles Guten“

Pekkas Vater ist verschwunden. Die einzige Hinterlassenschaft ist der Satz „Eine Axt haben und schneller sein, das ist bei einer Schlägerei die halbe Miete“.Von der Mutter erfährt Pekka nicht viel über seinen Vater. Sie ist enttäuscht, dass er sie und das Kind verlassen hat, und bezeichnet ihn als elenden Feigling. Doch in dem mittlerweile erwachsenen […]

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