Author Archive | frankraudszus

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Dem Schatten der Brüder entrissen

In Darmstadt wird jährlich der „Büchner“-Preis für herausragende Bücher verliehen, und nicht nur das Staatstheater Darmstadt inszeniert regelmäßig die zeitlosen Theaterstücke von Büchner – Georg Büchner. Dabei fällt meist unter den Tisch, dass dieser Büchner nicht nur drei erfolgreiche Brüder hatte, sondern auch zwei Schwestern, die ihren Lebensweg unter ungleich schlechteren Bedingungen gehen mussten. Eigentlich […]

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Jean-Pierre Wils: „Identität oder nicht?

Der belgische Philosoph Jean-Pierre Wils, dessen Buch „Der große Riss“ wir hier besprochen haben, widmet sich in dem vorliegenden Sammelband dem aktuellen Thema „Identität“. Neben einem eigenen Beitrag sind dort auch bekannte Diskursteilnehmer wie Christoph Türcke oder Hans Joas vertreten. Um alle Aspekte der Identitätsfrage zu beleuchten, hat Wils das Buch in einen wissenschaftlichen Teil, […]

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Die guten Räuber der 50er Jahre

Wilhelm Hauff verbindet in seiner Erzählung „Das Wirtshaus im Spessart“ im Rahmen einer Entführungsgeschichte eine Gräfin samt Gefolge mit einem einfachen Goldschmied. Beide übernachten im selben, wegen angeblicher Überfälle übel beleumdeten Wirtshaus und geraten auch prompt in die Hände einer auf Lösegeld spekulierenden Räuberbande. Durch Tausch der Kleidung kann sich die Gräfin der Bande entziehen […]

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Dem Vergessen entrissen

Nicht alle Künstler, die wir heute als „Große“ der Kunstgeschichte schätzen, konnten diese Wertschätzung über die Jahrhunderte halten, selbst wenn sie zu Lebzeiten berühmt waren. Zu diesen gehört der 1575 in Bologna geborene und dort im Jahr 1642 verstorbene Guido Reni. Bereits im Alter von zehn Jahren begann er mit der Lehre der bildenden Kunst, […]

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Shocktelling Edda

Eigentlich war für diesen Sonntagabend in den Kammerspielen des Staatstheaters Darmstadt der schaurige, politisch inkorrekte „Shockheaded Pater“, zu deutsch „Struwwelpeter“, angekündigt. Die erwartungsfroh eintrudelnden Besucher, ersichtlich als Kinder noch mit dem guten alten Buch des Frankfurter Arztes gefüttert, sahen sich mit einer krankheitsbedingten Absage konfrontiert. Wer wollte, konnte sich stattdessen die kürzestfristig angesetzte Ersatzveranstaltung „Cat […]

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Marco Balzano: „Damals am Meer“

Der Erzähler dieses Romans lebt in Mailand, wo er das Studium des Lehramts absolviert hat. Er war der erste in der Familie, der überhaupt studiert hat, findet jetzt aber keine Stelle. Er beschreibt sich hier in seiner Rolle als Sohn und Enkel. Sein Großvater ist heute noch Analphabet und hat mit vierzehn Jahren angefangen zu […]

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Martin Mosebach: „Taube und Wildente“

Der Abschlag beim Golf erfolgt generell in zwei Phasen: der Ausholvorgang besteht aus einer spannungsgeladenen Bewegung, in der genau Maß genommen wird und das Ziel sowie seine Umgebung anvisiert werden. Hier sind noch kleinere Korrekturen möglich. Die zweite Phase dagegen, einmal begonnen, verläuft dynamisch eindeutig und kann nicht mehr unterbrochen werden. Es ist sozusagen ein […]

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Vielfalt der Klangfarben

Kammerkonzerte werden meist, wenn nicht von Klavier-Solisten, von Streicher-Ensembles geprägt. Das liegt an der unvergleichlich größeren Literatur, die sich wegen der weiten Verbreitung von Streichern in den häuslichen Musikkreisen des 18. und 19. Jahrhunderts entwickelt hat. Bläser-Ensembles sind dagegen allein aus technischen Gründen wesentlich anspruchsvoller und waren daher weitgehend professionellen Musikern überlassen, mit der Folge […]

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Kunsthalle Schirn: „Chagall – Welt in Aufruhr“

In der Pressekonferenz bezeichnete Schirn-Direktor Sebastian Baden den russisch-jüdischen Maler Marc Chagall als „oftmals verkannten“ Künstler. Dies bezog er jedoch auf die Interpretation seiner Werke, da der weitgereiste Chagall in seinem langen Leben eine Reihe verschiedener künstlerischer Stadien durchlief. Seine auf das Wesentliche abstrahierten Figuren und Objekte wirken auf den ersten, flüchtigen Blick naiv, verbergen […]

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